Pressespiegel Juli 2010 – Südböhmen + Tschechien
Südböhmen
Für die Gründung der Europaregion sei grenzüberschreitende Zusammenarbeit massgebend (www-JK 1.7.)
Für die Unterstützung der gemeinsamen grossen Europaregion haben sich gestern in Landshut auf der 9. Konferenz der Regionen Südböhmen und Niederbayern Ihre Vertreter, Regierungspräsident H. Grünwald und Kreishauptmann J. Zimola ausgesprochen. Sie haben sich gemeinsam auch an der Akzeptanz der Ergebnisse der gerade entstehenden Analyse geeinigt, die Intensität der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und das Entwicklungspotential beider Regionen auswerten soll. Es ist unerlässlich, bis Ende 2011 zu warten und erst dann zu beginnen, unsere grosse Europaregion zu konstituieren, meint J. Zimola. Nach Zimola sollten die Vertreter der benachbarten Regionen ihren Willen betreffend Gründung einer gemeinsamen Region auf dem Tag der Europaregion Donau-Moldau bekannt geben. Den wird im Rahmen der St. Wenzel – Herbstfeier in C. Krumlov das Kreisamt Südböhmen veranstalten.
Neben gemeinsamer Ablehnung des Tieflagers für Nuklearmaterial im Kreis Südböhmen war die infrastrukturelle Vernetzung beider Regionen und interregionale Mobilität das Hauptthema. Wenn wir die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ernst nehmen, müssen wir uns z. B. die Frage stellen, wie die Bürger einer grenznahen Stadt in die Nachbarstadt jenseits der Grenze gelangen, charakterisierte südböhmischer Kreishauptmann J. Zimola die künftige Zusammenarbeit im Beriech der interregionalen Mobilität.
Die Konferenz hat weiterhin Projekte im Schulwesen und Tourismus ausgewertet. Unter geplante Aktivitäten der Berufsschulen wird heuer z. B. gemeinsamer Wettbewerb tschechischer und bayerischer Friseure und Kosmetiker, mit dem Titel Harmonie 2010 eingehen. Im Tourismus wollen der Tourismusverband Ostbayern und Südböhmische Tourismuszentrale ein gemeinsames Projekt der Marketingaktivitäten abwickeln, das die Anziehungskraft der grenznahen Regionen für die Besucher steigern soll.
Fernsehsender in Südböhmen schalten definitiv auf digitales Signal um (CT24 1.7.)
Letzter Junitag war auch Tag der letzten analogen Fernsehsendung in ganz Südböhmen. Alle Sender strahlen künftig die TV Programme seit 1. Juli nur digital aus.
Sessellift auf Hochficht könnte in drei Jahren zur Tatsache werden (CRo CB 2.7.)
Tschechische Skifahrer könnten doch den Sessellift von tschechischer Seite zum Hochfichtgipfel erleben. Er ist auch in den Grundsätzen der Landesentwicklung des Kreises Südböhmen eingearbeitet. Nach Bürgermeister von Horni Plana und Vizevorsitzendem des Infrastrukturvereins J. Hulka muss jetzt der Regulierungsplan des ganzen Gebietes erstellt werden, der die Trasse des Sesselliftes genau abgrenzt. Den Projektpreis inklusive Talstation, Abfertigungszentrum und Parkplatz schätzt Hulka auf 220 bis 240 Mio. CZK. Es könnte ein Musterprojekt der Zusammenarbeit der Organisationen aus drei Ländern sein, selbstverständlich mit Einbindung der Privatmittel. Schon heute ist die Firma bekannt, welche bereit ist, die benötigten Mittel zu investieren, so Hulka.
Die Händler weinen, die Zahl der kauflustigen Österreicher im Gebiet von Kaplice nimmt ab (Ckd 4.7.)
„Betrieb eingestellt“, auf diesen Zettel hat gestern ein österreichisches Ehepaar aus Linz gestossen, als es in Supermarkt TIP in Kaplice zum Einkaufen kam.
Paradoxerweise musste der Supermarkt vor allem im Hinblick auf ständig sinkende Zahl der österreichischen Kunden geschlossen werden. Das gilt für die ganze grenznahe Region. Es hat schon vor etwa acht Jahren begonnen und ging Hand in Hand mit der Stärkung der tschechischen Krone, mit steigenden Preisen der Lebensmittel, der Gaststätten, und teuerer werdendem Kraftstoff in Tschechien, sagt Jan Gusl, Chef der Kette Jednota in Kaplice. Auch andere Geschäfte in Kaplice haben die sinkende Zahl der österreichischen Kunden zu spüren bekommen. Total sind aber die Österreicher aus Kaplice doch nicht verschwunden, immer gibt es jene, die nach Kaplice zum Friseur, in die Apotheke, in Blumengeschäfte oder in die Restaurants kommen, sagt der Stadtpolizist J. Malovec. Besitzer der Gärtnerei in Kaplice M. Bauernöpl hat im Gegenteil kleineres Interesse seitens österreichischer Kunden noch nicht verzeichnet, es ist wohl darauf zurückzuführen, dass ich in Österreich ständig in den Medien Werbung mache, so Bauernöpl. Nach Bauernöpl sollten die Tschechen ihre Einstellung zu den Auslandsgästen noch wesentlich ändern. Wir müssen ihnen gegenüber allgemein eher entgegenkommend sein und nicht nur hinter der Ecke lauern, wo wir ihnen auf ihr Auto eine Radklemme ansetzen, sagt Bauernöpl. Auch andere Geschäftsleute in der Zone des jetzt geschlossenen Supermarkts TIP spüren, dass wesentlich weniger Leute die Zone besuchen…
Holzgewinnung in Südböhmen im Jahre 2009 (CTK 4.7.)
Im südböhmischen Kreis wurde im Vorjahr insgesamt 2,2 Mio. Kubikmeter Holz abgebaut, d. i. am meisten von allen tschechischen Kreisen. Es ist ungefähr gleich viel wie ein Jahr zuvor. Südböhmen verfügt mit 386.000 ha über grösste Waldfläche im Lande. Der Windsturm Kyrill hat im Jahre 2007 Schäden im Wert von 4,1 Mrd. CZK angerichtet und den Holzpreis herabgesetzt. Der Holzpreis steigt jetzt schon zwar wieder, aber hat die Preise vor 2007 immer noch nicht erreicht. Im Jahre 2008 ist ein weiterer Windsturm gekommen, der Schäden von etwa 1 Mrd. CZK angerichtet hat.
Erhöhte Holzgewinnung wegen Borkenkäfer wurde im Vorjahr besonders im Nationalpark Sumava (Böhmerwald) verzeichnet – 300.000 Kubikmeter (im Jahre 2008 nur 120.000 Kubikmeter).
Zahlen:
Holzgewinnung in Südböhmen in Mio. Kubikmeter:
| 2007 | 4,9 |
| 2008 | 2,24 |
| 2009 | 2,26 |
Beforstung / Hektar:
2007
1 947
2008
3 027
2009
3 171
In den Wäldern von Böhmerwald warten weitere 60.000 Kubikmeter vom Borkenkäfer befallener Bäume (CRo CB 9.7.).
Im welchen Ausmass heuer die Bäume in den Böhmerwaldwäldern vom Borkenkäfer befallen sind, das weiss man noch nicht. Die Aufgabe von der Führung des Nationalparks nominierten Kalamitätsstabs ist es, die Borkenkäferverbreitung zu stoppen und deren Einwirkung auf Waldökosysteme innerhalb und auch ausserhalb der streng geschützten Gebiete zu minimieren. P. Kahuda, Mitglied des Kalamitätsstabs, hat auf die Frage wie zugunsten des Schutzes der herumliegenden benachbarten Waldbestände der Nachbarbesitzer verfahren wird gesagt: Im Umkreis des gesamten Nationalparks gibt es einen Schutzband, wo wir alle vom Borkenkäfer befallenen Bäume verarbeiten, in diesem Jahre wurden somit schon 60.0000 Kubikmeter Holz verarbeitet, aber weitere 60.000 Kubikmeter warten noch auf die Verarbeitung.
Umweltorganisation DUHA hat das Unternehmen „Wälder der Tschechischen Republik“ beschuldigt, Naturschätze im Böhmerwald zerstört zu haben (CT24 9.7.)
Umweltorganisation DUHA beschuldigt das Unternehmen, besonders im Hochwald unweit von Eisenstein in der Nähe des Schwarzen Sees und Teufelsees durch Industrieholzgewinnung den Waldboden rücksichtslos zerstört zu haben und fordern die Tschechische Umweltinspektion (CIZP) diesbezüglich zu ermitteln. Nach DUHA verwenden die Unternehmen bei Holzgewinnung und Holzverarbeitung angeblich schwere Maschinen auch auf steilen Abhängen, woher die Bäume nur mit Schwebelift transportiert werden dürfen. Für die Holzgewinnung werden aber auch auf dem Gebiet des Nationalparks falsch die gleichen Technologien wie in anderen Böhmerwaldgebieten eingesetzt, kritisiert DUHA. Die Umweltschützer haben im Hochwald bis 1,5 m tiefe ausgewaschene Mulden entdeckt, die beim starken Regen Wasser und auch grosse Steine schnell abführen und Wassermangel in den Gebirgsfichtenwäldern zur Folge haben. Nach DUHA sei die Holzgewinnung ganz brutal und die Verletzung des Wasserregimes, Vernichtung und Wegschwemmung des Bodens mit allen Nahrungsstoffen für den Wald stelle noch grössere Schäden, als wenn alle Bäume durch Borkenkäfer Kalamität trocken werden.
Förster im Gebiet von Nove Hrady rechnen heuer im Hinblick auf den Borkenkäfer mit niedrigerer Holzgewinnung (CRo CB 9.6.)
Katastrophale Baumbrüche haben die Wälder im Gebiet von Nove Hrady unweit der niederösterreichischen Grenze um 1,1 Mio. Kubikmeter Holz gebracht. So lautet die Bilanz des Orkans Kyrill und Windsturmes Emma in vergangenen Jahren. In vorherhegenden 4 Jahren haben die Förster das Siebenfache des Holzes abgebaut als im normalen Fall. Sie mussten nicht nur die gefallenen, sondern auch die vom Borkenkäfer befallenen Bäume verarbeiten. Erst heuer kann man nach Direktor des staatlichen Forstunternehmens über gewisse Stabilisierung der Lage sprechen. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter des Unternehmens weitere Anlagen gegen Borkenkäfer installiert und planen die Fläche von 400 ha neu aufzuforsten.
Durch zentrale Anschaffung von Energien will der Kreis Millionen sparen
(www-JK 14.7.)
Kreis Südböhmen hat einen weiteren Schritt in dieser Richtung getan. Der Kreisrat hat die Auswahl der Firma gebilligt, die das Projekt erstellen soll. Aufgrund des Projektes wird dann eine Ausschreibung für Anschaffung aller Energien für vom Kreis getragene Organisationen veröffentlicht, wie Strom oder Gas. Vom Projekt erwarten wir Einsparungen von mehreren Dutzenden Millionen CZK jährlich, sagte Kreishauptmann J. Zimola. Kreise, die diesen Weg schon eingeschlagen haben sprechen über Einsparungen von 20-30 Mio. CZK, so Zimola. Im Kreis Südböhmen gibt es dabei an 200 vom Kreis getragenen Organisationen wie Schulen, Krankenhäuser, Museen, Rettungsdienst, Flughafen, Sportanlagen usw. Jährlich kostet Strom und Gas für diese alle Organisationen rund 350 Mio. CZK, zu erwartende Einsparungen erreichen nach einer Analyse etwa 15%. Kreis Südböhmen möchte die zentrale Energieanschaffung am 1. Januar 2011 starten. Wegen prozessualen Formalitäten kann sich aber dieser Termin auch verzögern, sagte J. Zimola.
Dreiländergesellschaft wird weitere Projekte fördern (www-JK 14.7.)
Die Dreiländergesellschaft (Privatgesellschaft, die Südböhmen, Niederbayern, Oberösterreich einbezieht) will im Kreis Südböhmen 9 grenzüberschreitende Projekte (ausgerichtet auf Jugend, Bildung, Kultur, Sozialpflege und Sport) mit insgesamt 170.000 CZK fördern. Die Gesellschaft wurde im Jahre 1966 gegründet und ihr Vorsitzender ist momentan der Prorektor der Südböhmischen Universität und Exhauptmann von Südböhmen J. Zahradnik. Mitglieder und Sponsoren der Gesellschaft sind Firmen und bedeutende Persönlichkeiten aus den drei Regionen.
Anschaffung gepanzerter Transporteure soll gemeinsames tschechisch-österreichisches Team untersuchen (aktualne cz 14.7.)
Den Fall der von mysteriösen Umständen umwobener Anschaffung der österreichischen gepanzerten Transporteuren Pandur (107 Stück für 14,5 Mrd. CZK) wird nach fast 6 Monaten Untersuchung durch Akten der Strafordnung ein gemeinsames tschechisch-österreichisches Team übernehmen. Seit 6 Monaten versuchen die Kriminalbeamten herausfinden, ob sie den Fall wirklich öffnen sollen. Vor 5 Monaten hat die Tageszeitung MfDnes geheim gewonnene Aufnahmen mit zwei ehemaligen Steyr – Managern veröffentlicht. W. Habitzl und H. Jedlaucnik haben über Provisionen aus dem Geschäft für politische Parteien gesprochen und haben dabei auch einige konkrete Personen erwähnt wie z.B. ehemaligen Regierungschef
S. Gross, ehemaligen Verteidigungsminister K. Kühnl und Vizeverteidigungsminister M. Bartak. Alle haben aber jegliche Spekulationen über Korruptionshandlung abgelehnt.
Selbst die Polizeibeamten machen sich keine grossen Hoffnungen, weil die Sache schon zu alt ist, um die notwendigen Beweise lassen sich nur schwer erbringen.
Solarboom in Südböhmen hat die E.ON-Konten staubgesaugt (Mediafax 13.7.)
4 bis 5 Mrd. CZK werden gegen Ende 2010 auf dem Konto der Stromversorgungsgesellschaft E.ON fehlen, die Südböhmen und Südmähren neben Gas auch mit Strom versorgt. Gerade diese zwei Regionen stehen nämlich im Mittelpunkt des Interesses der Investoren, die Fotovoltaikanlagen errichten. Ihr massiver und fast wilder Aufbau übertrifft ursprüngliche Erwartungen und schöpft im Endeffekt das Geld von den E.ON-Konten ab. Die Energiebehörde hat dabei mit 160 MW neuer Solaranlagen im Süden des Landes gerechnet und hat dementsprechend die Förderungen der erneuerbaren Stromquellen fixiert, zu denen alle Stromkunden in ihren Stromrechnungen beitrgen müssen. Wirklicher Zuwachs der neuen Fotovoltaik dürfte aber bis 1000 MW erreichen. E.ON -Vorstandsvorsitzende in Tschechien M. Fehn gibt zu, es sei ein ernst zu nehmendes Problem und die Entwicklung verfolgt mit Nervosität auch die E.ON – Zentrale in München. Tschechien hat dabei bisher für E.ON Ruf eines problemlosen Landes gehabt.
Die Einwirkungen auf die E.ON -Wirtschaftsergebnisse werden damit beträchtlich werden. In der Praxis heisst es, als ob E.ON dem tschechischen Staat einen zinslosen Kredit von 4-5 Mrd. CZK gewährt. E.ON kann darüber hinaus Probleme mit Finanzierung ursprünglich geplanter Investitionen in die Modernisierung des Distributionsnetzes bekommen.
Temelin-Erweiterung ist nach Bürgerverein „In der Havariezone von Temelin“ im Widerspruch mit geltendem EU-Recht (CRo CB 15.7.)
Nach Äusserung des oberösterreichischen Bevollmächtigten R. Pavlovec sei der aktuelle Projekt EIA betreffend Temelin-Erweiterung (Umweltverträglichkeitsprüfung) im Widerspruch mit dem EU-Recht.
Nach Meinung des Bürgervereins ist z. B. die Behandlung der ausgebrannten Elemente nicht endgültig gelösst, drei von vier in Frage kommenden Reaktortypen sind nicht genau spezifiziert und getestet und auch der wahre Grund für die KKW-Erweiterung wurde nicht gründlich geklärt.
Nach Pavlovec verfügen die Teilnehmer des EIA-Verfahrens über keine Rechtsmittel, um die Ergebnisse vom unabhängigen Gericht überprüfen zu lassen. P. Mlynar von der Firma AMEC, die an der EIA-Dokumentation zusammengearbeitet hat sagte allerdings, dass es bei der KKW-Erweiterung keine Gründe gibt, die gegen Standort Temelin sowohl im Hinblick auf die Umwelt als auch Sicherheit sprechen. Und das gelte nach Mlynar auch für potentielle grenzüberschreitende Einflüsse.
Abgesetzter Budweiser Oberbürgermeister J. Thoma überlegt, ODS nach 17. Jahren zu verlassen und möglicherweise auch eine unabhängige Kandidatenliste zu führen (CRo CB 16.7.)
Er möchte damit in bevorstehenden Gemeindewahlen die Kandidatenliste eines unabhängigen Blocks führen, die sich aus unabhängigen Persönlichkeiten der Stadt zusammensetzt. Dieser Block wird gerade in diesen Tagen ins Leben gerufen. Thoma wird dabei von der politischen Bewegung „Budweiser Bürger“ unterstützt, die unter einer Petition Unterschriften sammeln. Nach der Äusserung des Chefs der Bewegung M. Brabec wurde J. Thoma von einer höchst sonderbarer ODS-Clique und unter sehr sonderbaren Umständen beseitigt. ODS hat inzwischen schon ihre Kandidatenliste für die Gemeindewahlen aufgestellt. An erster Stelle liegt V. Bruha, auf fünfter Stelle ehemaliger Kreishauptmann J. Zahradnik, der damit eine grosse Chance hat, in die Führung der Kommunalpolitik in Budweis einzusteigen.
Krankenhaus C. Budejovice hat im Vorjahr 22 Mio. CZK Überschuss erzielt
(ZDN 17.7.)
Das Krankenhaus in C. Budejovice (Budweis), das unter grösste Einrichtungen dieser Art in Tschechien gehört, hat im Vorjahr 22 Mio. CZK erwirtschaftet. Unterjährig ist es allerdings um 20% weniger als im Jahre 2008.
Das Krankenhaus hat 421 Mio. CZK in seine Modernisierung investiert, die Hälfte davon waren eigene Finanzmittel, den Rest haben Förderungen und Spenden dargestellt. Im Krankenhaus wurden 51.987 Patienten behandelt, die in der Einrichtung 398.585 Tage verbracht haben. Die Ärzte haben 27.000 Operationen durchgeführt und ambulant mehr als 612.000 Patienten behandelt. Kosten je Behandlungstag eines Patienten haben 5.184 CZK erreicht, Aufenthaltskosten eines Patienten wurden im Durchschnitt mit 39.749 CZK beziffert. Betten für akute Behandlung wurden von 73% belegt. Träger des Krankenhauses (Aktiengesellschaft) ist von 100% Kreis Südböhmen.
Unter wichtigsten Investitionen ist nach Direktor Dr. Shon Modernisierung des Traumatologie- und des Onkologiezentrums für komplexe Behandlung. Das Krankenhaus hat neue Gerätetechnik in Höhe von 154 Mio. CZK bekommen.
Im Krankenhaus arbeiten 400 Ärzte und 1356 Krankenschwester, insgesamt hatte das Krankenhaus 2385 Angestellte, deren Durchschnittseinkommen unterjährig um 6% auf 29.037 CZK gestiegen ist. Bei Ärzten machte die Gehaltserhöhung 9% und das Durchschnittseinkommen lag bei 54.127 CZK, bei den Schwestern bei 24.271 CZK (bei Gehaltserhöhung im Jahre 2009 um 11,5%). Die Einkommen der Angestellten stellen mit 1,2 Mrd. CZK den grössten Budgetposten dar (Gesamtbudget 2,9 Mrd. CZK). Im Vergleich mit dem vorhergehenden Jahr hat das Krankenhaus grösste Einsparungen im Bereich Putzmittel, anderes Material, Wäsche, Treibstoff und Energien erzielt.
Neue Räumlichkeiten des südböhmischen Verbindungsbüros in Brüssel im Betrieb (www-JK 17.7.)
Zum Anlass der Tagung des Ausschusses der Regionen hat der Kreishauptmann von Südböhmen J. Zimola (AdR-Mitglied) neue Räumlichkeiten des Verbindungsbüros besucht. Auch bei rasanten Sparmassnahmen ist es gelungen, für das Verbindungsbüro neue und grössere Räumlichkeiten in der Nähe des Europäischen Parlamentes zu finden. Das Verbindungsbüro bietet neben praktischerer Ausstattung auch viel Werbematerial und Prospekte an, die neuerdings in internationalem Wettbewerb Spitzenpreise erhalten haben.
KKW-Temelin geht vom amerikanischen zum russischen Brennstoff über (Pravo 17.7.)
KKW-Temelin wird im innerhalb von zwei Monaten zuerst im ersten Block künftig anstatt des amerikanischen, russischen Brennstoff verwenden. Zweiter Block kommt im Frühling 2011 an die Reihe. Neuer Brennstofflieferant ist die russische Gesellschaft TVEL, die vor 4 Jahren die Ausschreibung gewonnen hat.
Böhmerwald ist im Umweltschutz führend (CT24 19.7.)
Staatliche Agentur CzechTourism hat global die Bedingungen für Tourismus in den vergangenen 17 Jahren in verschiedenen Regionen bewertet. In der Kategorie „Umweltfreundlichste Region“ hat dabei landesweit Böhmerwald den ersten Platz besetzt. Nach Direktor des Nationalparks Böhmerwald (Sumava) schadet der Umwelt im Böhmerwald am meisten der Autoverkehr. Auch erhöhte Attraktivität des Böhmerwaldes und steigende Zahlen der Besucher können aber nach Krejci kontraproduktiv werden und die Umwelt verschlechtern.
Blasorchester der Musikschule Vimperk hat in Österreich 2. Platz besetzt
(www-JK 19.7.)
Das Orchester aus Vimperk (Winterberg) hat am Wochenende am internationalen Wettbewerb MID EUROPE 2010 in Schladming teilgenommen. Für die Teilnahme haben das Orchester die Organisatoren ausgesucht und eingeladen, was schon als Anerkennung seiner langjährigen Arbeit und ausgezeichneter Ergebnisse wahrgenommen werden kann. In Schladming waren bei dem Wettbewerb Orchester aus ganzer Welt anwesend und die Südböhmischen jungen Musiker haben in harter Konkurrenz den zweiten Platz besetzt. Die Teilnahme war auch dank der Unterstützung seitens des Kulturministeriums Tschechiens, des Kreises Südböhmen und der Heimatstadt Vimperk möglich.
Kreishauptmann macht Druck auf den Minister um Absetzung des Direktors des Nationalparks Böhmerwald zu erreichen (Aktualne cz 20.7.)
Nach dem Antritt des neuen Umweltministers P. Drobil (ODS) kann niemand seines Postens sicher sein. Bis auf eine Ausnahme – auf dem heissen Stuhl des Direktors des Nationalparks Böhmerwald (Sumava) bleibt ganz sicher F. Krejci, den die Förster, Gemeinden, Kreis Südböhmen und Umweltorganisationen so oft kritisieren. Für sich und gegen Krejci hat auch südböhmischer Kreishauptmann J. Zimola versucht, den neuen Umweltminister im persönlichen Gespräch zu gewinnen. Nach einer Audienz von Krejci bei Drobil ist aber alles umgekehrt ausgegangen- nach Drobils Äusserung sei Krejci ein völlig kompetenter Mann und kann mit seiner Unterstützung fest rechnen. Zimola war überrascht, dass Krejci den neuen Minister nach einstündigem Gespräch ganz für sich gewinnen konnte. Drobil hat dabei gleich nach seinem Amtsantritt vier bisherige Umweltminister sofort abgesetzt. Posten der Vizeministerin konnte bei Drobil nur Rut Bizkova bekommen, die in vergangener Periode kurze Zeit Umweltministerin der provisorischen Beamtenregierung war.
Belgische Praktikanten im Verbindungsbüro Südböhmen in Brüssel (www-JK 20.7.)
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Brüsseler Universität UBL werden belgische Praktikanten – Slawistik Studenten - im Verbindungsbüro Südböhmen 14 Tage lange Aufenthalte absolvieren. Professor J. Rubes, Leiter der UBL-Slawistik- Katheder bereitet ein Buch mit dem Titel Alphabet der Tschechischen Republik vor, wo ein erweitertes Kapitel auch Südböhmen behandelt.
Südböhmischer Senator Jirsa (ODS): Wer lebt in einem Böhmerwald-Irrtum (LN 21.7.)
Das Problem heutiger Diskussion über die Lage in Böhmerwald besteht u. a. darin, dass wie V. Just zugunsten der “Wildnis“ im Böhmerwald in der Zeitung LN argumentiert, gibt es zahlreiche Gegenargumente von verschiedenen Experten (z. B. Professoren Podrazky, Vacek, Mrkva usw. ). Das ganze Institut für Forstwesen und Jagdwesen mit Doc. P. Zahradnik an der Spitze sowie Tschechische Agrarakademie und Expertengruppen der Kreishauptläute von Südböhmen und Plzen unterstützen ihre Stellungnahme. Alle warnen vor Konsequenzen der Borkenkäferkalamität und vor dem Experiment, umfangreiche Fichtenmonokulturen ohne jeglichen Eingriff zu belassen und sie als „Wildnis“ entwickeln zu lassen. Das Ergebnis sind Tausende Hektaren von Trockenwald und grosse Kahlflächen, wobei die Borkenkäferkalamität auch den an Nationalpark grenzenden Waldbestand gefährdet. Ohne Übereinstimmung der Experten musste in vergangener Periode letztendlich die Politik entscheiden und Umweltminister M. Bursik hat beschlossen, etwa 30% des Böhmerwaldes ohne Eingriff seinem Schicksal zu überlassen. Gegen diese Entscheidung haben 19 Gemeinden eine Klage zum Gericht erhoben (bisher ohne Beschluss), und auch der Bund der Böhmerwaldgemeinden will eine solche Klage erheben. Auch der Kreistag von Südböhmen hat eine Beschwerde zum Verfassungsgericht eingereicht und fordert Abschaffung einiger Verordnungen und Direktiven. Gegen dieses Experiment im Nationalpark protestiert auch ehem. Südböhmischer Kreishauptmann J. Zahradnik sowie sein Nachfolger, Kreishauptmann J. Zimola. Kritische Einstellung haben auch ehemalige Regierungschefs Pithartr, Strasky, Zeman und Klaus zum Ausdruck gebracht.
Kreishauptmann J. Zimola warnt davor, das EU-Geld zu stoppen (Parl. Listy 22.7.)
Südböhmischer Kreishauptmann (CSSD= Sozialdemokratie) und Schattenminister für regionale Entwicklung J. Zimola warnt vor dem Einfrieren der Finanzen für schon genehmigte und laufende Projekte, das die neuen Minister der Partei VV (Öffentliche Sachen) planen. VV möchte den aktuellen Stand der Dinge untersuchen, womit aber nach Zimola wichtige Projekte und damit auch Entwicklung der Regionen und Gemeinden gefährdet wird. Die Projektmanager müssen nämlich obligatorisch die geplanten Projekttermine einhalten, sonst müssten sie die Förderungen in die Brüsseler Kasse zurückzahlen, so Zimola. Besonders kleine Städte und Gemeinden haben nach Zimola keine andere Alternative, Geld für Projekte zu gewinnen.
Ausländer in Südböhmen (www-JK 22.7.)
Zum 30.6.2010 lebten in Südböhmen insgesamt 15.012 Ausländer.
Beliebtester Zeltplatz Tschechiens liegt am südböhmischen Teich Komornik
(iDnes 22.7.)
Den landesweiten Wettbewerb hat Standort Komornik in Strmilov bei Jindrichuv Hradec gewonnen. Seine Stärken sind vor allem grosse Wasserfläche, schöne Landschaft zum Wandern und Radfahren, gemütliches Milieu.
Erste 6 Lebensmittel haben die Marke „Bestes regionales Lebensmittel aus Südböhmen“ erworben (CRo CB 23.7.)
Die Auswertung hat im Rahmen einer Veranstaltung mit Beteiligung des Kreishauptmanns J. Zimola und unter der Schirmherrschaft des Agrarministeriums stattgefunden. Das Ministerium hat den Wettbewerb mit 1 Mio. CZK gefördert. Die 6 ausgewählten Lebensmittel haben das Recht, diese Marke 4 Jahre lang zu verwenden.
Tauziehen um Touristen zwischen Sumava (Böhmerwald) und Bayerischem Wald (iHNed 25.7.)
Die Wirtschaftskrise und billiges Angebot in den Alpen haben die grenznahe Böhmerwaldregion um Tausende Touristen gebracht.
Organisation Bayerntourismus auf bayerischer Seite versucht zwar sogar mit diversen Sonderangeboten (z. B. Marsch 24 Stunden durch Bayern) die Besucherzahl wenigstens erhalten, aber viele Hotels und Pensionen gehen auf tschechischer und bayerischer Seite trotzdem weiter Pleite. Das Geld für Instandsetzung von Strassen, Liften, Radwegen und Werbung fehlt. Die Entvölkerung der ganzen Region geht seit Jahren weiter. Z. B. im Bayerisch Eisenstein lebten nach dem Krieg 3.000 Einwohner, vor 5 Jahren 1.300 und heute sind es nur 900 Menschen. Das ist schon kritisch und es besteht die Gefahr, dass Bayerisch Eisenstein sogar keinen Anspruch auf einen Bürgermeister hat. Junge Leute verlassen die Region, Touristen kommen noch im Winter, aber im Sommer ist die Region entvölkert, sagt der in Bayerisch Eisenstein Gebürtige S. Seidl (48). In der Stadt gab es zwei Fleischereien, heute gibt es keine mehr. Letztes Halbjahr verzeichnet die Bayerische und Tschechische Seite deutlich zurückgehende Besucherzahlen. Die Statistik deutet in Bayern zwar in den letzten 10 Jahren auf bestimmtes Wachstum der Zahl der Urlaubsgäste (16,4 Mio. vor 10 Jahren, im Vorjahr 17,4 Mio.), die ausschlaggebende Zahl der Übernachtungen ist aber zurückgegangen. 2/3 der Gäste bleiben in der Region höchstens 5 Tage. Schon seit einigen Jahren besteht ein grösseres Verkaufsangebot von Hotels, Pensionen und Familienhäusern, die ihre Besitzer verkaufen wollen. Die Krise im Grenzland hat allerdings auch die Preise hinuntergedrückt und die Preise entsprechen sogar schon auch den Kaufkraftsmöglichkeiten der tschechischen Interessenten (ein Familienhaus in Zwiesel kostet heute z.B. schon 70-80.000 Euro). Schon einige Hotels in Bayerisch Eisenstein besitzen tschechische Eigentümer, die gewisse Artikel billiger im benachbarten Böhmen einkaufen. Gott sei dank, dass dazu die tschechischen Eigentümer mit neuer Dynamik gekommen sind, sagt Sybille Widemann von Bayerntourismus. Anders ist es aber mit Investitionen in die Tourismusinfrastruktur. Beide Städte an der Grenze (Eisenstein und Bayerisch Eisenstein) bemühen sich um Kooperation, dies geht aber immer schwieriger, z. B. in der Frage der Umfahrung beider Ortschaften. Nach Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein T. Müller (CSU) ist es notwendig, dass tschechische Seite begreift, dass Naturschutz im Interesse beider Seiten liegt. Müller, obwohl Mitglied der CSU, ist grüner als die Grünen selbst, sagen die Leute. Er möchte europäische Förderungen mit 20% Eigenbeteiligung nicht nur in die Erneuerung des Stadtzentrums, sondern auch in multikulturelles Zentrum „Aberlandhalle“ und in Wiederherstellung des Bahnhofgebäudes mit Museum investieren. Sein tschechischer Gegenpartner, Bürgermeister Snebergr (ODS), Besitzer der weit und breit bekannten Fleischerei, begreife dies aber nicht. Er hält die Idee von Thomas Müller vielmehr für pure Ideologie. Eine Umfahrung würde nämlich nach Snebergr den Verkehr ausserhalb der Städte ablenken, und das ist nicht eindeutig positiv. Mit europäischem Geld ist nach Snebergrs Meinung vielmehr notwendig, einen Sitzlift auf den Berg Pancir zu bauen, Strassen zu reparieren und neue Radwege zu errichten.
Tschechischen Teil des Böhmerwaldes besuchen jährlich etwa 1 Million Urlaubsgäste, im Bayerischen Wald ist es das Fünffache (65.000 Urlaubsgäste kommen dabei aus Tschechien).
Ehemaliges Deutsches Vereinshaus in Slavonice steht vor einer Wiederherstellung
(CRo CB 28.7.)
In der südböhmischen Grenzstadt Slavonice bei Jindrichuv Hradec haben Architekten das Projekt seiner Rekonstruktion so konzipiert, dass es die unikale historische Prägung des Renaissance-Hauptplatzes nicht verletzt. Das ganze Projekt steht unter der Aufsicht der Denkmalbehörde in Budweis. Die Qualität des erstellten Projektes bestätigt auch der dafür erhaltene Preis im Wettbewerb Architecture Award 2009. In Zukunft soll das Zentrum vorwiegend den Bildungs- und Kulturzwecken dienen, sein Eigentümer ist die gemeinnützige Renaissance-Gesellschaft von Slavonice.
Gerichtsstreit beendet: Biermarke Budweiser gehört in der EU nach Budweis (HN 29.7.)
Das EU-Gerichtshof hat im zehnjährigen Streit zwischen der Budweiser Bierbrauerei Budweiser Budvar und der grössten Bierbrauerei der Welt Anheuser Busch (USA) einen definitiven Wahrspruch betreffend die Schutzmarke „Budweiser“ in der EU gefällt. Anheuser Busch kann damit diese Schutzmarke in der EU für sich nicht registrieren lassen.
Die Bierbrauerei mit dem konkreten Namen Budweiser Budvar haben ursprünglich in Budweis im Jahre 1895 deutsche Zuwanderer gegründet, amerikanischer Anheuser Busch hat seine eigene amerikanische Marke „Budweiser“ dabei schon im Jahre 1876 eingeführt. Beide Bierbrauereien führen den Streit über die Marke Budweiser und ihre verschiedene Formen (hat immer Bezug auf die Stadt Budweis und hängt mit dem dort seit Mittelalter gebrauten Bier zusammen) schon seit 100 Jahren. Die Budweiser Bierbrauerei exportiert 45% ihrer Bierproduktion, d. i. am meisten von allen tschechischen Bierbrauereien und der Export hat steigende Tendenz. Die Brauerei kontrolliert etwa 20% des tschechischen Biermarktes. Das Recht den Handelsnamen Budweiser zu verwenden wurde schon vor dem erwähnten EU-Gerichtsverfahren der Budweiser Bierbrauerei in der EU vom Deutschland und Österreich zuerkannt.
Südböhmen / Informationen – Verkehrsbereich
Südböhmischer Flughafen will in Zukunft bis 300.000 Gäste abfertigen (CRo CB 5.7.)
Spätestens in 2-3 Jahren soll der Umbau des Südböhmischen Flughafens in Plana bei Budweis beendet sein und der Flughafen sollte zum Zivilflugverkehr übergehen. U. a. müssen noch Bau einer Abfertigungshalle und eines Abstellplatzes für Flugzeuge und Landebahnanpassung erfolgen. Für regelmässige Flüge nach Südböhmen interessieren sich vor allem die Holländer, die russischen Reisbüros und über Zusammenarbeit haben wir auch mit Lufthansa verhandelt, sagt L. Ondrich, Direktor der Flughafengesellschaft. Nach einer Studie sollten 5 Jahre nach der Flughafeneröffnung mehr als 300.000 Fluggäste jährlich abgefertigt werden. Zurzeit wird auch eine bessere Verbindung des Flughafens mit der Stadt Budweis überlegt. In Zukunft soll der Flughafen eine direkte Anbindung an die Autobahn D3 aus Prag bekommen.
Fertigstellung der Autobahn D3 wird immer mehr verspätet (CT 24 8.7.)
Nach Äusserung des Besitzers des letzten, bisher nicht abgekauften Grundstückes auf der Trasse des Autobahnabschnittes Tabor-Veseli n.L. sind an der Verzögerung die Beamten schuld. Nach Äusserung des Besitzers haben die Beamten zwei Jahre an seine Angebote nicht reagiert und haben auf neues Enteignungsgesetz gewartet. Auch der Sohn des Besitzers hat dies bestätigt. Direktion der Autobahnen und Strassen weist aber seine Behauptung zurück und spricht über ihre 4 Angebote, die der Grundstückbesitzer angeblich abgelehnt habe. Die Lage hat sich damit in den letzten Monaten zugespitzt, denn auf dem Abschnitt Tabor – Veseli n.L. wird intensiv gearbeitet, aber es sei im Hinblick auf das Grundstück nicht möglich, das 10. Milliarden Projekt zu vollenden. An der Trasse liegt dieses 800 Quadratmeter grosse Grundstück, das bisher nicht abgekauft wurde. Die Beamten unternehmen deswegen schon Schritte zu dessen Enteignung, was aber der Besitzer ablehnt. Über weitere Vorgangsweise ist bisher keine definitive Entscheidung gefallen. Dieser Fall charakterisiert Probleme, die den Bau begleiten. Am Ende neunziger Jahre haben dabei die Politiker versprochen, die ganze Autobahn zwischen Budweis und Prag bis 2010 in Betrieb zu nehmen. Jetzt gilt als Termin der Vollendung Herbst 2012. Auch dieses Datum ist im Hinblick auf die Kürzung der Mittel aus dem Staatsbudget aber nicht garantiert.
Tschechien
Die Grünen sind zwar weg, aber trotzdem gibt es weniger Abgeordnete, die Temelin-Erweiterung unterstützen (HN 2.7.)
Nachdem die Grünen den Einstieg ins Parlament in den Maiwahlen nicht geschafft haben, könnte man vermuten, dass der Temelin-Erweiterung jetzt nichts mehr im Wege steht. Wenn im Jahre 2008 von 200 Abgeordneten samt Grünen 190 für die Temelin-Erweiterung waren, sind es heute überraschend ohne Grüne nur 186. CEZ möchte die zwei neuen Temelin-Reaktoren bis 2020 in Betrieb setzen. Wer den Auftrag für 500 Milliarden bekommt ist bisher nicht bekannt. Im Spiel sind US-Firma Westinghouse, französische Areva, oder tschechisch-russisches Konsortium mit Skoda JS an der Spitze. Nach Befragungen sind etwa 60 Parlamentsabgeordnete aber resolut dagegen, den Russen den Auftrag zu geben (JS Skoda hat ihren Sitz zwar in Plzen, aber gehört den Russen). Sie wollen die Energieabhängigkeit Tschechiens von Russland nicht vertiefen und begründen ihre abweisende Stellungnahme ebenso mit der russischen Okkupation der Tschechoslowakei im Jahre 1968, was die Tschechen immer noch in Erinnerung haben. Über die Auftragsvergabe wird dabei die Kraftwerksgesellschaft CEZ (Temelin –Betreiber, von 2/3 im Staatsbesitz) kaum entscheiden, vielmehr wird die Entscheidung von der Regierung getroffen. Russische Beteiligung weisen alle 24 Abgeordneten der Partei VV zurück, ODS ist mehr dagegen aber z. T. geteilt, sowie TOP 09. Mehr Chancen haben die Russen in der CSSD und keine Probleme mit Russen haben natürlich Kommunisten.
Für TOP09 soll in den Herbstkommunalwahlen in Prag ehemaliger Gouverneur der Staatsbank Z. Tuma kandidieren. (14.7.)
Nach Parteivorsitzendem K. Schwarzenberg ist es damit seiner TOP09 gelungen, den besten möglichen Kandidaten für den Posten des Prager Oberbürgermeisters zu finden. Z. Tuma, der heuer den Posten des Gouverneurs der Staatsbank freiwillig verlassen hat, ist ein Mann mit bestem Ruf, erfahrener Manager und Prager Bürger. Mit Tumas Kandidatur sind die Aussichten anderer Parteien in Prag (ODS, VV, CSSD…) eher chancenlos geworden.
Tschechische Wirtschaft hat in EU den 10. Platz besetzt (HN 16.7.)
Das ist im Vergleich mit Vorjahr eine Verbesserung um 7 Plätze. Zentrum Europäischer Politik (EPC) bewertet dabei jedes Land nach 6 Kriterien.
Tschechien liegt im Mittelfeld gemeinsam mit Grossbritanien, Slowakei, Polen, Frankreich, Bulgarien und Belgien.
Nach EPC sei eine Strukturreform in vielen Ländern unerlässlich, um eventuelle künftige Krise zu vermeiden.
Land Score Platz 2010 Gruppe
Schweden 0,55 1 TOP (Spitzenkondition)
Dänemark 0,45 2 TOP
Estland 0,45 2 TOP
Finnland 0,42 4 TOP
Holland 0,28 5 HIGH (hohe K.)
Deutschland 0,24 6 HIGH
Luxemburg 0,24 6 HIGH
Österreich 0,20 8 HIGH
Grossbritanien 0,07 9 MIDFIELD (mittlere K.)
Tschechien 0,05 10 MIDFIELD
Slowakei 0,03 11 MIDFIELD
Polen 0,02 12 MIDFIELD
Belgien - 0,01 13 MIDFIELD
Bulgarien - 0,02 14 MIDFIELD
Frankreich - 0,03 15 MIDFIELD
Irland - 0,08 16 IN DANGER (in Gefahr)
Slowenien - 0,09 17 IN DANGER
Zypern - 0,10 18 IN DANGER
Litauen - 0,13 19 IN DANGER
Malta - 0,17 20 IN DANGER
Ungarn - 0,15 21 IN DANGER
Rumänien - 0,19 22 IN DANGER
Lettland - 0,22 23 IN DANGER
Spanien - 0,23 24 IN DANGER
Portugal - 0,29 25 UNSUSTAINABLE (unhaltbar)
Italien - 0,38 26 UNSUSTAINABLE
Griechenland - 0,93 27 UNSUSTAINABLE
Quelle: EPC
Benes-Dekrete sind 65 Jahre alt (CTK 21.7.)
Genau am 21.Juli 1945 ist eines der meist diskutierten Dokumenten tschechischer Vergangenheit in Kraft getreten – sog. Benes –Dekrete über Konfiszierung des Landwirtschaftsvermögens der Deutschen, Ungaren und Verräter des tschechischen und slowakischen Volkes. Nach dem Jahre 1989 wurde die Besitzkonfiszierung gemeinsam mit weiteren zusammenhängenden Dekreten zur Zielscheibe der ausländischen Kritik und zum Konfliktthema vor allem in den Beziehungen mit Deutschland und Österreich.
Der Enteignung des Bodens und Landwirtschaftsbesitzes folgte im Oktober 1945 ein weiters
Dekret, diesmal über Konfiszierung des gesamten Vermögens ohne Ersatz. Gegen die Deutschen und Ungaren waren auch andere Dekrete gerichtet, z. B. über Entziehung der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft, Bestrafung der Naziverbrecher sowie über Arbeitspflicht jener Personen, denen die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Auf dieser Grundlage haben die betroffenen Personen den Boden und Vermögen verloren, wurden vor Volksgerichte gestellt und mussten Zwangsarbeiten verrichten.
Als Verräter und Feinde galten jene Personen, die deutsche und ungarische Okkupanten unterstützt haben, haben gegen die tschechoslowakische Staatshoheit gearbeitet oder haben zu dieser Tätigkeit andere angestiftet. Ob eine physische oder juristische Person in diese strafbare Kategorie gehörte hatte zuständiger Landesausschuss auf Vorschlag des Bezirksnationalausschusses zu entscheiden. Eventuelle umstrittene Fälle hatten das Agrar- und Innenministerium zu lösen. Nach weiterem Dekret vom 20. Juli konnte die Zuteilung des konfiszierten Bodens ein staatlich und national zuverlässiger Bürger der tschechischen, slowakischen oder anderer slawischer Nation beantragen.
Vermögen im Wert von 300 Milliarden Kronen
Damalige Tschechoslowakei hat im Dezember 1945 den Wert des enteigneten deutschen Vermögens auf 300 Mrd. CZK geschätzt. Nach dem Pariser Reparationsabkommen konnte dieses Vermögen konfisziert und dessen Wert musste von beanspruchten Kriegsreparationen abgezogen werden (Tschechoslowakei hat dagegen ihre beanspruchte Kriegsreparationen mit 350 Mrd. CZK beziffert). Die aus der Tschechoslowakei und Polen nach dem Krieg nach Deutschland und Österreich abgeschobenen Deutschen haben dann vom deutschen Staat im Jahre 1956 eine finanzielle Kompensation erhalten. Die Entschädigten in Deutschland mussten sich aber zum Unterschied von Österreich verpflichten, dass sie diese Entschädigung zurückzahlen, falls sie auch von der Tschechoslowakei eine Entschädigung bekommen.
Obwohl man über Benes-Dekrete meistens im Zusammenhang mit der Aussiedlung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Krieg spricht, gab es zur Aussiedlung kein direktes Dekret. Nach dem Beschluss der Potsdamer Konferenz über den Transfer der Deutschen aus der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn hat Präsident Benes am gleichen Tag (2.August 1945) lediglich das Dekret Nr. 33/1945 über Entziehung der Staatsbürgerschaft unterschrieben.
Januar 1997
Das Dekret bestimmte, dass Deutsche und Ungaren in der Tschechoslowakei, die schon früher deutsche oder ungarische Staatsbürgerschaft erwarben, am Tag deren Erwerbung automatisch die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verloren haben. Damit wurde nach Meinung der Historiker Voraussetzung für den Abschub geschaffen, im dessen Rahmen die damalige Tschechoslowakei etwa 3 Millionen Deutsche und 30 Tausend Ungare zwangsweise verlassen haben.
Im Januar 1997 wurde tschechisch-deutsche Deklaration über gegenseitige Beziehungen unterzeichnet. Beide Staaten haben sich einander für Unrecht in der Vergangenheit entschuldigt und haben sich verpflichtet, die Rechtsordnung des zweiten Landes zu respektieren.
Autohersteller SKODA steigert ihre Verkaufszahlen immer mehr (HN 17.7.)
Im ersten Halbjahr 2010 ist der Absatz unterjährig um 15% gestiegen, am meisten haben dazu die Verkaufszahlen in China beigetragen, wo sie unterjährig um 83% zugenommen haben. In Tschechien selbst wurde um 16,6% mehr Autos SKODA verkauft, in Westeuropa unterjährig um 34,5% mehr (dabei Grossbritanien +61,2%, Spanien + 50%).
Österreichische Presse ist gegen Aussenminister K. Schwarzenberg losgezogen
(iHNed 22.7.)
Chef der tschechischen Diplomatie arbeite bewusst zugunsten einer nationalistischen, separierenden und antieuropäischen Politik Tschechiens, kritisiert das österreichische Tagesblatt Die Presse den Aussenminister K. Schwarzernberg zum Anlass seines Besuches in Wien. Nach diesem Blatt sind wir alle Zeugen einer Verwandlung Schwarzenbergs aus einem Rechtsschützer, der früher gegen Kernenergie und Benes-Dekrete war, in einen „braven Soldaten Svejk“. Weiterhin schreibt Die Presse, dass sich Schwarzenberg als Mitteleuropäer anstatt von wiederholten Protesten gegen Menschenrechtsverletzung in Iran, Kuba oder Nordkorea, lieber um Lösung des Temelin-Problems und der Benes-Dekrete einsetzen soll.
Die Tageszeitung Österreich erwähnt den Besuch von Schwarzenberg im ironischen Ton und bezeichnet den tschechischen Aussenminister als „Atomfürst“.
Web oe24.at schreibt, dass Österreich zwar Informationen über Temelin-Erweiterung von Tschechien bekommt, wird allerdings kein Recht haben sich dazu zu äussern. Auch die Zeitung Der Standard betont, dass nach Äusserung Schwarzenbergs Österreich alle Informationen bekommt und wird sich dazu auch äussern können, aber die Entscheidung werde überdies ausschliesslich in Tschechien getroffen. Als weiteres umstrittenes Thema bezeichnet die Wiener Zeitung sog. Benes-Dekrete, auf deren Grundlage nach dem 2. Krieg die Deutschen in der Tschechoslowakei enteignet wurden und ihre Menschenrechte verloren haben.
Investitionszufluss erlebt nach dem Verfall im Vorjahr eine Belebung (HN 23.7.)
Im ersten Quartal 2010 sind nach Tschechien mehr Investitionen geflossen, als im ganzen Jahr 2009. Im Vorjahr haben die ausländischen Besitzer ihre Firmen in Tschechien als Banken benutzt und haben aus Tschechien firmenintern 64 Mrd. CZK als benötigte Anleihen zurückgezogen. Banken und Zweigstellen der übernationalen Konzerne in Tschechien sind langfristig gewinnbringend und wurden damit von ihren Müttern in westlichen EU-Staaten für deren Stabilisierung in der Rezessionszeit benutzt. Um diese Summe war der wirkliche Investitionszufluss daher niedriger.
Tschechien unter Sonnenenergiegrossmächten am 6 Platz der Welt (Novinky cz 30.7.)
Die Rangliste hat europäische Assoziation der Photovoltaikindustrie zusammengestellt. Den 6. Platz hat Tschechien vor allem den sehr günstigen Staatsförderungen in diese Branche zu verdanken
Rangliste der Solarenergiegrossmächten
Land MW
|
1. |
Deutschland | 9 785 |
| 2. | Spanien | 3386 |
| 3. | Japan | 2633 |
| 4. | USA | 1650 |
| 5. | Italien | 1167 |
| 6. | Tschechien | 465 |
| 7. | Belgien | 363 |
| 8. | China | 305 |
| 9. | Frankreich | 272 |
| 10. | Indien | 120 |





