Pressespiegel Dezember 2010 – Südböhmen + Tschechien
Südböhmen
Im Krankenhaus Strakonice wollen 21 Ärzte kündigen (CRo CB 2.12.)
Das Krankenhaus in Strakonice, das seine Dienstleistungen in 73 Spezialbereichen bietet und mehrmals dank deren Qualität ausgezeichnet wurde, kann bald Probleme bekommen. 21 von 90 Ärzten wollen im Rahmen der landesweiten Kampagne der Tschechischen Ärztekammer „Danke, wir gehen“ kündigen. Den Signataren geht es vor allem um höhere Gehälter und um Reform des Weiterbildungssystems.
Nach Südböhmens Kreishauptmann J. Zimola sollen Einnahmen 11,5 Mrd. CZK und Ausgaben 11,15 Mrd. CZK betragen. Kreis Südböhmen hat zurzeit Kredite nur in H. von 541 Mio. CZK.
Neuer Rektor der Südböhmischen Universität wurde gewählt (CBd 3.11.)
Akademischer Senat der SB Uni hat für die Periode 2011-2015 auf zweiten Versuch die bisherige Dekanin der Wirtschaftsfakultät M. Hrabankova auf den Posten des Rektors mit 23 Stimmen gewählt. Sie wird ihren neuen Posten am 1. März 2011 antreten. M. Hrabankova ist Professorin, hat auf drei ungarischen Unis unterrichtet, war als Beraterin des tschechischen Regierungschefs im Bereich Landwirtschaft und Umwelt tätig. Zurzeit ist sie Beraterin des Landwirtschaftsministers und seit 2007 hat sie die Wirtschaftsfakultät der Uni geleitet.
Kreis Südböhmen hat sich in Wien präsentiert (www-JK 6.12.)
Am 30. November hat im Tschechischen Zentrum in Wien Tag der südböhmischen Kultur stattgefunden. An der Eröffnung hat der südböhmische Kreisrat F. Stangl teilgenommen.
Gehälter der Arbeitnehmer in Südböhmen gehören nach wie vor zu den niedrigsten im Lande
(CBd 7.12.)
Durchschnittlicher Lohn in Südböhmen liegt bei 20.881 CZK, d. i. um 2,8% mehr als im Vorjahr und etwa um 3.000 CZK unter dem landesweiten Durchschnitt. Im Rückstand hinter Südböhmen sind aber immer noch 5 weitere Kreise (von 14 mit Prag). Am höchsten sind die Löhne in Prag, wo sie 29.000 CZK übersteigen. Die niedrigen Löhne in Südböhmen sind vor allem auf die landwirtschaftliche Ausrichtung der Region und unterbezahlten Dienstleistungsbereich zurückzuführen.
Golf in Südböhmen gewinnt immer mehr an Bedeutung (www-JK 8.12.)
Insgesamt 9 Golfspielplätze sorgen dafür, dass immer mehr Touristen vom Golf angezogen werden. Damit liegt Südböhmen aktuell am dritten Platz unter den tschechischen Regionen (hinter Prag und Karlsbad). Der Vorteil Südböhmens besteht darin, dass sich die Golfplätze meistens in schöner und gut erhaltener Natur befinden. Gerade in diesen Tagen laufen Gespräche zwischen den Reisebüros und IGTM (Internationale Messe der Golftouristik und IAGTO (Internationale Assoziation der Reiseveranstalter im Golfbereich). Heuer haben Südböhmen in diesem Zusammenhang 1400 Delegaten besucht, so P. Konopova, Direktorin der Südböhmischen Tourismuszentrale. Golf hat in letzten Jahren auch in Tschechien einen grossen Aufschwung verzeichnet und stellt für Südböhmen eine gute Chance für den Tourismus in Zukunft allgemein, so Konopova.
CEZ staubt Pläne für Fernwärme aus der Atomkraft ab (aktualne cz 9.12.)
Kraftwerksgesellschaft CEZ plant vorläufig eine 30 km lange Fernwärmeleitung von Temelin bis Budweis zu bauen. Für dieses, schon unter der kommunistischen Ära diskutiertes Projekt will CEZ bis Ende 2010 die Dokumentation fertig haben, um einen Antrag betreffend Umweltverträglichkeitsprüfung stellen zu können, sog CEZ-Sprecher L. Kriz. Ähnliches Projekt bereitet CEZ auch für das KKW Dukovany und eine 40 km lange Fernwärmeleitung nach Brünn und auch für in Erwägung gezogenes KKW Blahutovice unweit von Ostrava. Das letztgenannte Projekt ist in letzten Monaten im Hinblick auf mit Smog wörtlich erstickende Stadt Ostrava in Schlesien immer mehr diskutiert.
Es ist die Tatsache, dass zwei Drittel der vom Kühlwasser absorbierten Wärme nutzlos durch die Kühltürme in die Atmosphäre entweichen. Und gerade mit dieser Wärme möchte CEZ jetzt die Fernwärmeleitungen und die Stadtheizkraftanlagen versorgen. Das Projekt sollte im Jahre 2010 gestartet und im Jahre 2016 beendet werden. CEZ muss jetzt die Stellungnahme aller Teilnehmer des Projektes überprüfen. Der Wärmeversorger in Budweis ist z. B. das Heizkraftwerk mit sämtlichen Verteilungsleitungen, sodass die Preise das Rathaus als Besitzer mitbestimmt. In Ostrava und Brno wäre die Senkung der jetzigen Exhalationen ein sehr relevanter Aspekt. Die Grünen und Umweltorganisationen sind von diesen Plänen nicht begeistert und sehen die besseren Möglichkeiten vielmehr im Energiesparen.
Verkehr, EU-Fonds und gemeinsame Europaregion sind wichtigste gemeinsame Themen für Südböhmen und Niederbayern (www-JK 13.12.)
Unter den Schwerpunkten der gestrigen Vollversammlung von ARGE im niederbayerischen Freyung dominierte Verbesserung des grenznahen Verkehrs (B11 und B12), Zusammenarbeit der Universitäten Passau und Budweis und Vorbereitung der künftigen gemeinsamen Europaregion Donau-Moldau. An der Tagung haben auch Vertreter Südböhmens teilgenommen. Unsere bayerischen Nachbarn haben sich vor allem für aktuelle politische Lage im Zusammenhang mit dem Wahljahr 2010 in Tschechien, um Fertigstellung der Autobahn und der Schnellstrassen in Richtung bayerische und österreichische Grenze und EU-Fonds für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit interessiert, informierte Kreisrat F. Stangl. Erfolgreiche Austauschprojekte der Universitäten Passau und Budweis hat der Prorektor der Uni in Budweis J. Zahradnik vorgestellt. Zum Schluss hat der Geschäftsführer der Euegio Böhmerwald-Bayerischer Wald K. Sammer die Teilnehmer mit dem Plan des Projektes Europaregion Donau-Moldau für das Jahr 2011 bekannt gemacht. Träger des Projektes auf tschechischer Seite ist der Kreis Südböhmen.
Asiaten erobern Südböhmen (WWW-JK 13.12.)
Während die Zahl der ausländischen Touristen in Tschechien heuer um 5% zugenommen hat, brechen die Zahlen der Touristen aus Asien alle Rekorde. Tschechien haben in ersten drei Monaten 2010 um 22% mehr Touristen aus Japan, Korea und China besucht als im Vorjahr. Damit sind die Touristen aus Asien an zweiter Stelle nach den Deutschen. Südböhmen haben dabei sogar 35% mehr Besucher aus Asien besucht als im Vorjahr, informiert Südböhmische Tourismuszentrale.
Südböhmische Krankenhäuser zählen zu den besten im Lande (CRo 14.12.)
Im Wettbewerb “Krankenhaus des Jahres 2010“ haben südböhmische Krankenhäuser in mehreren einzelnen Kategorien die Spitzenplätze besetzt. Ersten Platz hat zwar das Krankenhaus „Na Homolce“ in Prag besetzt, aber in der Gesamtbewertung landeten südböhmische Krankenhäuser in Strakonice und Pisek am zweiten und dritten Platz. Unter Krankenhäusern mit besten Wirtschaftsergebnissen besetzte das Krankenhaus Prachatice den dritten und Strakonice den vierten Platz.
Die Hälfte der jungen Luchse in Böhmerwald leben weniger als 2 Jahre (MFd 16.12.)
Dies hat die schon sechs Jahre lange Beobachtung der Luchse durch ein tschechisch-deutsches Team von Zoologen bestätigt. Eine der grossen Gefahren für die Luchse sind u. a. auch die Walddiebe. Für die Beobachtung werden moderne Methoden benutzt, wie GPS, oder Apparate, die automatisch die Bewegung der Luchse aufnehmen. Zoologen haben dabei festgestellt, dass unter die häufigste Beute der Luchse Rehbock (72%), Hirsch (13%) oder kleinere Säugetiere wie Wildschweine oder Nagetiere gehören. Nach Zoologen leben derzeit im Böhmerwald mehr als 10 erwachsene Luchse und 8 jungen Katzen. Die Fachleute haben weiterhin 5 Gruppen Weibchen mit Jungtieren aufgespürt. Die Luchse haben im Durchschnitt zwei Jungtiere, wobei jedes zweite weniger als zwei Jahre am Leben bleibt. In den Jahren 1989-2006 sind im Böhmerwald 56 Luchse den Walddieben zum Opfer gefallen.
Licht aus Betlehem (CRo 17.12.)
Die Leute in Südböhmen werden heuer schon zum 22. Mal das Betlehemlicht nach Hause mitnehmen können. Das Licht werden die Vertreter des Tschechischen Rundfunks aus Budweis am 20.12. am Abend aus Linz bringen, am 21. Dezember wird zu diesem Anlass eine Veranstaltung vor der St. Nikolaus Kathedrale in Budweis mit dem Bischof und Vertretern des öffentlichen Lebens stattfinden. Über die Pfarrer und Bürgermeister wird dann das Licht in alle Teile Südböhmens gelangen.
Leute in Plana (bei Budweis) haben Johann auch nach 50 Jahren erkannt (CBl 21.12.)
Ehemaliger Soldat der Wehrmacht Johann Wittner kommt gerne in seinen Geburtsort Plana am Rande von Budweis zurück. Dort hat er jetzt nach 50 Jahren neue Freunde gefunden. In den vergangenen 50 Jahren hat der 91. jährige Österreicher Johann Wittner den Weltkrieg, Gefangenschaft, und Vertreibung erlebt, jetzt hat er wieder sein Geburtshaus in Plana betreten und in einer Ecke stand noch sein Bett. Sein Herz hat zu schlagen angefangen und Tränen stürzten ihm aus den Augen. Jetzt hat er in Plana neue Freunde, alle kennen seinen typischen Gruss „Ahoj, ja jsem Johann“ (grüss Dich, ich bin Johann).
Und Johann erzählt.
In Plana haben meistens die Deutschen gelebt, lauter Bauer. Wir hatten 40 ha Land, vier Gehilfen, Pferde, Schweine und zwei Häuser Nr. 19 und 26. Ich habe sechs Geschwister gehabt und habe seit meiner Kindheit auf dem Bauernhof gearbeitet. Meine Kammeraden waren meistens tschechische Jungs, es war zwischen uns kein Unterschied und auch wenn ich seit 50 Jahren nicht Tschechisch gesprochen habe, kann ich mich noch bisschen verständigen.
Ich bin Jahrgang 1919 und wäre Hitler nicht gekommen, hätte ich in die tschechoslowakische Armee einrücken müssen. So war ich aber zur Wehrmacht eingezogen und an die Front in Italien geschickt. In Rimini wurde ich in 1945 von den Alliierten gefangen genommen, habe ein weiteres Jahr im Gefangenenlager und noch ein Jahr im Arbeitslager in England verbracht. Im Krieg war ich dreimal Malariakrank. Nach dem Krieg war mein Vater 9 Monate im Gefängnis und wurde in 1945 mit meiner Mutter aus Plana ausgesiedelt, mit zugelassenen 30 Kilo wurden sie mit dem Zug nach Deutschland abgeschoben. Aus England bin ich in die Stahlwerke (früher Hermann Göring Werke) in Linz gekommen. Meine Eltern waren nach dem Krieg in Nordbayern und wir haben uns im Jahre 1948 bei Passau nur eine Stunde lang gesehen, nach Linz zu mir durften sie nicht kommen. Bis zu ihrem Tod lebten sie dann im bayerischen Zwiesel in der Nähe der tschechischen Grenze.
Alle Dokumente und Fotos aus der Jugend hat mein Vater bei der Vertreibung bei sich im Koffer gehabt und mir sind nur Erinnerungen an das Geburtshaus geblieben, sagt Johann Wittner. In Linz habe ich später Schwester meines Freundes aus dem englischen Arbeitslager geheiratet, die aus Frymburk bei Lipno stammte, habe als Meister in den Stahlwerken in Linz gearbeitet und erst dann begann es uns einigermassen gut zu gehen.
Vor dem Jahre 1989 konnte ich zurück nach Böhmen gar nicht fahren, erst nach der Wende. Als ich nach Plana zum erstenmal kam, hat mich eine alte Frau erkannt a fragte, sind Sie junger oder alter Wittner? Ich besuche jetzt ab und zu Hana Rottnet, deren Familie damals in Plane eine Mühle besass, wohin wir mit meinem Vater Getreide brachten. Mein Freund ist heute auch P. Petrlik und andere. Sehr herzgreifend war für mich der Augenblick, als ich nach den Jahrzehnten zum erstenmal in unser Haus Nr.19 kam und im Zimmer noch mein altes Bett erblickte. In Plana sind auf dem Friedhof viele meine Verwandten bestattet, die Gräber betreut mein Freund P. Petrlik. Ich spüre heute keinen Hass, ich habe schon allen vergeben, die mir Unrecht angetan haben, es sind nur Erinnerungen geblieben, die man nicht auslöschen kann. Meine Tochter Edeltraud kommt oft mit mir nach Plana und sagt immer: dank meinem Vater ist es mir gelungen, die Grenze in unseren Köpfen zu überwinden.
P. Petrlik (44), heute Inhaber eines Computergeschäftes ist in der Zeit geboren, wo die Lehrbücher die Deutschen als Feinde aus dem Westen geschildert haben. Er hat eine Frau geheiratet, deren Grossvater vom Staat in den 50. Jahren den Bauernhof in Plana gekauft hat, der früher der Familie Wittner gehörte. Er hat sich in Büchern und in der Chronik des Friedhofsvereines mit der Geschichte von Plana bekannt gemacht und hat später Johann Wittner kennen gelernt. Besonders die Chronik hat ihn ganz erstaunt gemacht aus der er erfahren hat, welche ausserordentlich kräftige Beziehung die Deutschen zu dem Ort, wo sie lebten hatten. Er begann dann Kontakte zu ehemaligen in Plana geborenen Personen zu sammeln, hat den Friedhofsverein wieder aufgelebt, Felder die früher den Deutschen gehörten gekauft und begann dort eine Erinnerungsstätte als Park zu bauen, die Treffpunkt der Deutschen und Tschechen dienen kann. Er schreibt weiter auch die alte Chronik des Vereines, die bis 1945 ein Deutscher aus Plana -Mathias Liebel- geschrieben hat. Petrlik hat sich auf dem Friedhof ein Sektor mit 20 nicht gepflegten Gräbern gemietet, die er jetzt betreut.
Ich wollte damit zur Annäherung der Deutschen und Tschechen beitragen, sagt Petrlik, der im Herbst einen Preis für Ausbau der demokratischen Struktur in Europa vom österreichischen Verein „Sonne und Freiheit“ bekommen hat.
Kraftwerksgesellschaft CEZ spendiert dem Rettungssystem (IZS) 15 Mio. CZK
(www-JK 22.12.)
Gesellschaft CEZ, die in Südböhmen u. a. das KKW-Temelin betreibt, schenkt 15 Mio. dem Integrierten Rettungssystem des Kreises Südböhmen. Den entsprechenden Vertrag hat mit CEZ die Feuerwehr, medizinischer Rettungsdienst und Südböhmisches Rotes Kreuz unterzeichnet. Diese Organisationen werden für diese Mittel neue Technik kaufen, die schnellere und bessere Reaktion in Sonderfällen und bei Havarien ermöglichen. Diese Spende ist ein weiterer Schritt in der Implementierung der Vereinbarung, die im Vorjahr CEZ mit dem Kreis Südböhmen geschlossen hat. Diese Vereinbarung rechnet mit der Unterstützung der Entwicklung des Kreises bis 2018 mit insgesamt 3,7 Mrd. CZK. Ich glaube, dass die neue für die 15 Mio. CZK geplante Technik zur Sicherheit der südböhmischen Bevölkerung einen guten Beitrag leistet, sagte Südböhmens Kreishauptmann J. Zimola zu diesem Anlass.
Tschechischer Fahrer erzählt über Strassenkontrollen in Deutschland: Schikane
(CBl 24.12.)
Ein Budweiser Unternehmer, der heuer 6 Mal nach Deutschland gefahren ist, wurde davon 5 Mal auf der Strasse kontrolliert. Trotz Schengen gibt es wie bekannt immer mehr Beschwerden betreffend Strassenkontrollen tschechischer Fahrer in Deutschland nahe der Grenze. Unser Fahrer weiss schon, wo die Polizei ihren Standort hat, auf der Autobahn Plzen-Nürnberg ist es an der Stelle für Technischen Dienst bei Rozvadov, wo immer die Autos mit Polizeibeamten ohne Uniform warten. Bei letzter Kontrolle sei er an dieser Stelle im Regen langsam vorbei gefahren, das Auto mit „getarnten“ Polizisten war sofort etwa 200m hinterher, hat ihn nach etwa drei Kilometern angehalten und er musste ihnen abseits von der Autobahn in ein Dorf folgen. Es hat immer stark geregnet und weil ich etwas geärgert war, habe ich die Leute im Zivil aufgefordert, mir Ihre Ausweise zu zeigen. Die Polizisten waren deswegen böse, sie haben mir aber ihre Ausweise doch gezeigt und erst dann ist alles losgegangen. Sie haben alle meine Dokumente genommen, die sie in ihrem Auto sitzend dann kontrollierten. Dann ist einer von ihnen gekommen um ohne Handschuhe alle meine Sachen aus dem Fach im Fahrerbrett auf den Sitz auswerfen. Alles war aber in Ordnung und sie haben mir schliesslich alle Dokumente zurück gegeben und mich fahren lassen. Auf der Rückfahrt war vor Rozvadov absichtlich der Verkehr nur auf einen Fahrstreifen beschränkt und es gab wieder Polizeikontrolle. Ich habe gedacht, dass sie etwa einen Kriminellen suchen, aber sie haben nur eine „Jagd auf Tschechen“ gemacht. Alle Lastwagen und Autos anderer Staatsangehörigen durften frei durchfahren, der Parkplatz war aber voll von Polizei mit Polizei- und Zivilautos und Dutzenden tschechischen PkWs. Als ich das alles fotografieren wollte, hat die Polizei begonnen, meine im Auto gelagerten Waren aus den Schachteln herauszunehmen. Ich wollte ihnen stattdessen lieber die Fakturen und Papiere zeigen, aber dafür haben sie sich nicht interessiert. Sie haben komische Fragen gestellt, wie „warum kaufen Sie so etwas“…. Obwohl ich alles in Ordnung hatte, sie wollten mich offensichtlich nur schikanieren. Darüber hinaus standen an der Ausfahrt aus dem Parkplatz noch weitere Polizisten und sie haben jenen, gerade kontrollierten Tschechen Geldstrafen verpasst, die sich vielleicht wegen gewisser Aufregung nach der Kontrolle nicht gleich angeschnallt haben. Wenn ich fragte, ob nicht unnötig zu viele Kontrollen gemacht werden, haben ihm die Polizisten ein Flugblatt in die Hand gedrückt – dem entsprechend finde alles nur wegen meiner Sicherheit statt. Niemals habe ich aber gesehen, dass ein deutsches Auto kontrolliert wurde. Bestimmt sind es nach meiner Erfahrung keine nur zufällige Kontrollen, wie behauptet wird, so der Fahrer im Gespräch mit der „Budweiser Zeitung“.
Kloster Vyssi Brod (Hohenfurt) hat unter den Weihnachtsbaum 10 Mio. CZK bekommen.(CKd 27.12.)
Die Mitternachtsmesse musste heuer im Kloster Vyssi Brod wegen Restaurationsarbeiten auf Weihnachtskonzert verzichten. Die zwei Kapellen (St. Bernard und St. Maria) werden gerade von den Malern seit 1845 zum ersten Mal restauriert. Das ist ein sichtbarer Schritt in der Rekonstruktion im Rahmen der Vorbereitungen auf die Landesausstellung, an der Vyssi Brod, Cesky Krumlov und einige österreichische Gemeinden teilnehmen sollen. Aus dem EU-Operationsprogram Österreich-Tschechien wurden für die Reparaturarbeiten 10 Mio. CZK zur Verfügung gestellt, die aber das Kloster erst nach Projektumsetzung bekommt. Der Zisterzienserorden darf dabei nach eigenen strengen Regeln keine Kredite aufnehmen. Deswegen hat sich der Kreis Südböhmen bereit erklärt, diesen Betrag aus eigenem Budget vorzufinanzieren. Auch Stadt Vyssu Brod wird sich an die Landesaustellung vorbereiten und für 2 Mio. CZK Parkplätze und barrierenfreie Zugänge ausbauen.
Ein Drittel des Klosters gehört aber immer noch nicht dem Zisterzienserorden und ist mit einem Konkurs belastet. Was wird in dieser Lage mit diesem Teil des Klosters, der ständig mehr und mehr verkommt passieren?
In 50. Jahren wurde nämlich dieser Teil des Klosters vom kommunistischen Staat an Firma Bytovy podnik Most“ aus Nordböhmen als Erholungsanlage für ihre Arbeiter überführt. Bytovy podnik Most ist seit Jahren in Liquidation und als in 90. Jahren nach der Wende das Eigentum zurück in die Hände des Ordens restituiert wurde, hat man vergessen auch diesen Teil an den Orden zurück zu übertragen. Die Konkursverwalterin der Firma Bytovy podnik Most versucht schon langfristig diesen Teil des Klosterareals (obwohl es sich um Nationalkulturdenkmal handelt) zu Geld machen. Das Geld aus einer Miete oder Veräusserung sollten die Schulden der nordböhmischen Firma tilgen. Dem Kloster versucht der südböhmische Senator Jirsa zu helfen. Nach Kreisrat Südböhmens F. Stangl wäre möglich diesen Teil des Klosters an den Orden nur im Einklang mit dem Gesetz über Restitutionen des Kircheneigentums zu überführen. Die Verabschiedung solches Gesetzes wird aber politisch seit Jahren blockiert und auch heute sei dieses Gesetz keine politische Priorität, so Stangl.
Erstes Opfer der Ärzte-Landflucht: wir machen Schluss, meldet das Krankenhaus in Cesky Krumlov (CTK 29.12.)
Weitere Existenz des Krankenhauses in Cesky Krumlov ist durch Kündigungen von 37% (von 62 Ärzten) bedroht, die sich der Kampagne des Ärztegewerkschaftsklubs angeschlossen haben. Nach Ablauf 2 monatiger Kündigungsfrist können wir seit 1. März 2011 in dieser Situation nur höchstens 2 Monate Akutpflege garantieren, sagt Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Krankenhaueses J. Florian.
Südböhmische Krankenhäuser wollen insgesamt 10% Ärzte verlassen.
Im Krankenhaus Budweis wollten ursprünglich 22 Ärzte (von insgesamt 401) kündigen, aber es wurde in der Tat bisher keine einzige Kündigung eingereicht. Der Durchschnittslohn im Krankenhaus Budweis gehört nämlich zu den höchsten in Tschechien und beträgt momentan 61.000 CZK (ca. 2.500 Euro).
Nach einem Artikel in der tschechischen Tageszeitung Lidove Noviny freut sich entsprechend dem ORF-Server schon das benachbarte Land Oberösterreich auf tschechische Ärzte, denn besonders Fachärzte sind dort ziemlich gesucht. Nach Chef der OÖ Ärztekammer P. Niedermoser haben gerade die Ärzte aus dem Nachbarland Tschechien auch die beste Ausbildung. Niedermoser bezweifelt aber, dass die tschechischen Ärzte wirklich nach Oberösterreich übersiedeln. Der Server schreibt, dass in OÖ zwar die Löhne der Ärzte besser sind, dass aber auch in OÖ die Bürokratie und lange Nachtdienste die Ärzte extrem belasten. Daher werden die tschechischen Ärzte nach Niedermoser vielmehr Jobs in Deutschland suchen, wo sowohl die Arbeits- als auch die Lohnbedingungen besser sind.
Wie bekannt, verdienen tschechische Ärzte heutzutage im Durchschnitt 50.000 CZK, inklusive Überstunden und Dienste, und verlangen im Rahmen der Kampagne 70.000 CZK Grundgehalt. (Durchschnittslohn in Tschechien erreicht etwas mehr als 23.000 CZK).
Südböhmen / Informationen – Verkehrsbereich
Autobahnumfahrung von Budweis: ohne Tunnele und mit Maut (Sedmicka 2.12.)
Sparmassnahmen in der Autobahnumfahrung von Budweis können für die Stadt unangenehme Konsequenzen haben. Das Verkehrsministerium besteht auf der Variante ohne Tunnele. Ursprünglich war die Umfahrung sehr grosszügig mit der unterirdischen Trasse oder im Tunnel geplant, 12 km sollten 12 Milliarden kosten (500 Mio Euro). Nach der Intervention des neuen Verkehrsministers Barta soll jetzt die Trasse wesentlich billiger ohne „Extras“ gebaut werden. Ursprüngliche Trasse haben dabei schon auch 9 betroffene Gemeinden gebilligt, jetzt soll alles anders werden. Einige Bauexperten schlagen vor, die Trasse östlich aus den Vorstädten von Budweis ausserhalb des Budweiser Kessels zu verlagern und damit 1/3 der Kosten einzusparen. Auch die Vergebührung der Umfahrung für den Lokalverkehr wäre nach Verkehrsexperten ein Problem.
Schreiben an Verkehrsminister Barta aus Südböhmen (CTK 9.12.)
Kreis Südböhmen hat ein Schreiben mit 6 Verkehrsprojekten mit höchster Priorität an den Verkehrsminister Barta gerichtet, die möglichst bald realisiert werden müssen. Nach Vizekreishauptmann M. Kuba (ODS) sind es:
1. Nordumfahrung von Budweis als Abschnitt der Autobahn D3 (Prag-Budweis mit Fortsetzung als Schnellstrasse an die OÖ Grenze) – das Ministerium ist im Prinzip unter der Bedingung einverstanden, dass die eingeplanten Projektkosten wesentlich reduziert werden.
2. Umfahrung der Stadt Lisov auf der Strasse Trebon-Budweis
3. Umfahrung von Cimelice bei Pisek auf der Strecke Prag – Pisek (Richtung auch Phillipsreuth)
4. Umfahrung von Cesnovice auf der Strecke Budweis-Strakonice.
5. Nordumfahrung von Strakonice
6. Umfahrung von Chynov bei Tabor
Diese Projekte können aber nach M. Kuba schnellstens in 6 Jahren fertiggestellt werden.
Tschechien
Belastungstests haben bestätigt: alle tschechische Banken sind gesund (HN 3.12.)
Im Falle eines extremen Szenarios wären einige Banken nur gezwungen, ihr Kapital aufzustocken. Keine der tschechischen Banken wäre somit nach Untersuchung der Tschechischen Zentralbank im Falle eines extremen Szenarios wirklich gefährdet. Einer der Gründe für die Stabilität des Banksektors sei deren hohe Kapitalangemessenheit, die im Vergleich mit vorherigem Test im August 2010 sogar zugenommen hat (beläuft sich jetzt auf 15,5%).
Tschechien und Wirtschaftswachstum? Unsere Chance heisst Jahr 2030 (LN 4.12.)
Der Boom von Westeuropa geht zu Ende, eine Dämmerung zeichnet sich ab. Sein Wirtschaftswachstum soll in kommenden Jahrzehnten das zweitschwächste hinter Japan sein. Das ist aus einer Studie der britischen Bank Standard Chartered über die Entwicklung der Weltwirtschaft hervorgegangen. Im Gegenteil ist die Prognose der US-Gruppe Stratfor positiv. Sie rechnet mit guter Zukunft von Mittel- und Westeuropa. Die Unterdrückung der Unternehmungsaktivitäten unter der kommunistischen Ära gemeinsam mit 20 Jahre langen Übergangsperiode habe in diesen Staaten eine potentiell flexiblere und dynamischere Gesellschaft geschaffen, meint Stratfor. Tschechische Wirtschaftsexperten sind allerdings vorsichtiger und schliessen ein 6% Wachstum aus der Zeit vor der Krise künftig aus.
Im Massengrab bei Dobronin 13 Menschen, Todesursache unbekannt (Pravo, MFd 4.12.)
Im Massengrab in Dobronin / Dobrenz (Region Jihlava / Iglau), in dem sich angeblich sterbliche Überreste der nach dem Zweiten Weltkrieg umgebrachten Deutschen befanden, waren mindestens 13 Menschen, höchstwahrscheinlich Männer, begraben. Die Todesursache konnte aber während der jüngsten Untersuchungen an der Brünner Masaryk-Universität nicht festgestellt werden. Darüber berichteten die Tageszeitungen MFd und Pravo in ihren Wochenendausgaben. Die Zeitungen beriefen sich auf Anthropologin P. Urbanova. Die Verstorbenen seien im Alter zwischen 30 und 60 Jahren gewesen. Nach Aussagen von Verwandten der Opfer dürften die Deutschen mit Schaufeln und Spaten totgeschlagen gewesen sein. Entweder habe es keine tödlichen Verletzungen an den Knochen gegeben oder sei es einfach nicht mehr möglich, die Verletzungen an den zersplitterten Knochenfragmenten zu erkennen, zitiert die MFd die Anthropologin. Pravo zufolge soll nun eine DNA-Analyse der Knochenfragmente durchgeführt werden, um sie mit der DNA der eventuellen Verwandten vergleichen zu können. Die Kriminalpolizei untersucht den Fall wegen Mordverdacht.
Bayerischer Ministerpräsident zum ersten Mal zu Besuch in der Tschechischen Republik (iHNed 8.12.)
Der offizielle Besuch des bayerischen Regierungschefs H. Seehofer am 19. Und 20. Dezember werde nur dank dem „relativen“ Waffenstillstand betreffend Aussiedlung der Sudetendeutschen nach dem Krieg möglich. Bisherige Bestrebungen den bayerischen Regierungschef nach Prag zu bringen waren nämlich erfolglos. Grund sind unterschiedliche Meinungen in Frage der Bens-Dekrete, die Aussiedlung der 3 Millionen grossen deutschen Minderheit aus der Tschechoslowakei ermöglicht haben, die schliesslich auch von alliierten Siegesmächten besiegelt wurde.
Die bayerischen Ministerpräsidenten waren immer Schirmherren der Sudetendeutschen und gerade aus München waren die Stimmen zur Aufhebung der Benes-Dekrete laut. Die Beziehungen zwischen Tschechien und Bayern waren besonders unter dem durch seine rasanten Forderungen bekannten E. Stoiber (1993-2007) ziemlich kühl.
Seehofer hat seine Absicht Prag zu besuchen auf dem Treffen der Sudetendeutschen im Mai dieses Jahres in Augsburg bekannt gegeben. Er hat dabei erklärt, einen Vertreter der Sudetendeutschen nach Prag zum offiziellen Besuch mitnehmen zu wollen. Tschechischer Premier Necas hat aber anlässlich seines Augustbesuches in Berlin betont, er würde keinen Sinn darin sehen, wenn Seehofer seinen Prag-Besuch nur auf Benes-Dekrete beschränkt. Der Besuch sollte vielmehr auf ganzes Spektrum der tschechisch-bayerischen Beziehungen fokussiert sein, so Necas. Nach der Presseagentur DPA habe man in München und Prag sehr lange an der Vorbereitung des Besuchs gearbeitet.
Tschechien wird definitiv zum Sitz der Zentrale des Navigationssystems Galileo
(HN 8.12.)
Grösstes europäisches wissenschaftlich-technisches Projekt soll dem amerikanischen GPS-System Konkurrenz machen. Nach monatelangem Lobbying wird Tschechien eine wichtige Position im Verkehrs-, Navigations- und Weltallbereich gewinnen. Es hat in letzter Runde den stärksten Mitbewerber –Holland – 22:4 geschlagen. Erste fünf Jahre soll die Galileo-Agentur im neuen Prager Sitz symbolisch nur 1 Euro Miete zahlen.
Die Deutschen machen angeblich Druck auf Tschechien wegen Einführung der Euro-Währung (LN 11.12.)
Zum Anlass des Septemberbesuches in Berlin habe die BK A. Merkel dem tschechischen Ministerpräsidenten Necas vorgeschlagen, die Euro-Währung in Tschechien einzuführen und sich an der Konsolidierung der Euro-Zone zu beteiligen, schreiben einige Medien. Necas wollte das Gespräch mit A. Merkel über dieses Thema aber nicht kommentieren und war nicht der einzige Politiker, dem derartiger Vorschlag unterbreitet wurde. Auch den polnischen Ministerpräsidenten Tusk sollte A. Merkel zum gleichen Schritt aufgefordert haben.
Tschechien verabschiedet Positionspapier zur EU-Landwirtschaftspolitik (CRo 12.12.)
Landwirtschaftsminister I. Fuksa und Gewerkschaftsvertreter haben am Freitag ein gemeinsames Positionspapier der Tschechischen Republik zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU unterschrieben. Tschechien fordert darin eine Beibehaltung der gemeinsamen Agrarpolitik auch über 2013 hinaus und eine Angleichung der Direktzahlungen für die Landwirte in den neuen EU-Ländern an die der EU-15. Das tschechische Positionspapier soll der EU zu Ende dieses Jahres vorgelegt werden. Tschechien möchte seine Forderungen zusammen mit gleichgesinnten Ländern durchsetzen. Das Diskussionspapier sei nur ein erster Schritt dazu, sagte Landwirtschaftsminister Fuksa, in den kommenden beiden Jahren würden schwierige diplomatische Verhandlungen folgen.
Umweltminister tritt wegen Korruptionsaffäre im Umweltfonds zurück (CRo 15.12.)
Umweltminister P. Drobil (ODS) tritt wegen einer Korruptionsaffäre im Staatlichen Umweltfonds (SFZP) zurück. Dies haben Drobil und Premierminister P. Necas nach einer Krisensitzung des Koalitionsausschusses am Mittwochnachmittag bekannt gegeben. Er sei überzeugt, Minister Drobil habe weder gegen das Gesetz, noch gegen ethische Grundsätze verstoßen, sagte Necas. Drobils Fehler liege eher im Management, bei der Auswahl seiner Mitarbeiter, begründete der Premier die Rücktrittsentscheidung des Umweltministers.
Am Dienstag war durch Medienberichte bekannt geworden, dass bei der Vergabe von Millionenaufträgen durch den Umweltfonds bestimmte Firmen bevorzugt und Provisionen angeblich abgezweigt wurden. Umweltminister Drobil hatte daraufhin seinen persönlichen Berater und den Leiter des Fonds entlassen. Aufnahmen von Treffen der Mitarbeiter im Umweltministerium belasten indes den Minister selbst. So soll Drobil den Leiter des Umweltfonds zur Manipulation von Aufträgen gedrängt haben, um seine eigene politische Karriere zu finanzieren.
Am Mittwochvormittag hatte Premier Necas von einer „ernsten Situation“ gesprochen. Der Korruptionsverdacht müsse „genau und ohne Ansehen von Personen und Parteien“ untersucht werden. Die oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD) fordern indes eine Vertrauensabstimmung über die Regierung. Die Reaktion von Premier Necas sei ungenügend gewesen, sagte Sozialdemokraten-Chef Sobotka am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.
Abgesetzter Chef des Umweltfonds: ODS sollte am Projekt der Kläranlage in Prag 500 Mio. CZK für die Parteikasse gewinnen (aktualne.cz 15.12.)
Frisch abgesetzter Chef des Staatsumweltfonds L. Michalek hat eine ernste, gegen stärkste Regierungspartei ODS gerichtete Beschuldigung vorgebracht. Er behauptet, dass die bevorstehende Rekonstruktion der Prager Zentralkläranlage absichtlich um drei Milliarden überteuert werden sollte, wobei 500 Mio. davon für die ODS-Parteikasse bestimmt waren.
Dies erklärte Michalek in einem Interview für Tschechisches Fernsehen. Darüber hinaus wurde er, Michalek von seinem Vizechef D. Fibingr und vom Berater des Umweltministers und ODS-Vizechef in Prag P. Drobil zu Machinationen mit öffentlichen Aufträgen a damit zur Schaffung eines schwarzen Fonds für weitere politische Karriere des ODS-Umweltminister Drobil gezwungen. Nach Michalek sollte die Ausschreibung für die Rekonstruktion der Kläranlage in Prag eine vorher ausgewählte Firma gewinnen, deren Namen aber Michalek nicht verraten wollte. Michaleks Stellvertreter Fibingr behauptet, sein Chef Michalek habe dies alles nur erfunden.
Michalek wurde am Dienstag vom Umweltminister abgesetzt, sein Stellvertreter Fibinger hat Zwangsurlaub und mit Drobils Berater Knetig hat der Minister den Arbeitsvertrag beendet. Noch bevor Michalek ein Interview für Tschechisches Fernsehen hatte, hat Minister Drobil in Hast eine Pressekonferenz einberufen um die Affäre im Staatlichen Umweltfonds für Personalkrieg zu bezeichnen. Nach Drobil ist es so weit gekommen, dass die genannten Personen gegenseitig Strafanzeigen erstatten, alle Gespräche und Telefonate auf Tonband als Beweise der Strafhandlung gegenseitig aufnehmen. Trotz Drobils freiwilligen Rücktritt ist
aus der Affäre ein politischer Skandal geworden, in den indirekt auch der Regierungschef und ODS-Parteivorsitzende Necas verwickelt ist.
Das Staatsbudget für 2011 im Parlament verabschiedet (Mediafax 15.12.)
Die Abgeordneten der Regierungskoalition (ODS, TOP09, VV) haben mit bequemer Mehrheit 112:75 (von insgesamt 200 Parlamentarier) das Budget 2011 verabschiedet und alle Änderungsvorschläge der Opposition (Sozialdemokraten/CSSD/ und Kommunisten/KSCM/) abgelehnt. Das Budgetdefizit soll 135 Mrd. CZK erreichen (4,6% BIP).
Bayerischer Ministerpräsident auf Durchbruchsbesuch in Prag (CRo 21.12.)
Gegenseitige Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien trüben schon langfristig Meinungsverschiedenheiten in der Frage der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Krieg sowie die Benes-Dekrete. Tschechische und Bayerische Politiker sind zwar zu keiner Übereinstimmung in diesen Fragen gelangt, aber die Experten halten schon den Besuch selbst für positiv und einschneidend. Er sei nach tschechischem Premier Necas Ergebnis der positiven Entwicklung beiderseitiger Beziehungen, die sich auf der Ebene der Städte, Gemeinden, Schulen, verschiedener Vereine usw. abspielen. In der Fragen der Vergangenheit gebe es weiterhin Differenzen, es gibt aber auch eindeutiger Willen, unsere Zusammenarbeit auf die Zukunft auszurichten. Ähnlich hat sich auch Regierungspräsident Seehofer geäussert. Nach Seehofer sei gerade dieser Besuch der erste Schritt auf diesem Weg. Seehofer hat den tschechischen Premier zu Besuch nach Bayern eingeladen und möchte mit ihm regelmässige Kontakte pflegen. Mitglied der bayerischen Delegation war auch Vertreter der Sudetendeutschen B. Posselt. Nach Posselts Äusserung sei dieser Prager Besuch eisbrechender erster Schritt, zweiter Schritt soll im kommenden Jahr die Festigung des gegenseitigen Vertrauens werden.
Solche Sachen wie Aufführung des Films „Habermanns Mühle“ oder öffentliche Diskussion in tschechischen Medien über die Nachkriegsmassaker an der deutschen Bevölkerung erwecken Aufmerksamkeit und werden bei uns als wichtige Meinungsverschiebung wahrgenommen, sagte Seehofer. Dieses Thema wurde auch beim Besuch von Seehofer und Posselt beim tschechischen Aussenminister K. Schwarzenberg erwähnt.
Im abschliessenden Kommuniqué haben die Regierungschefs mehrere Sphären künftiger möglicher Zusammenarbeit genannt, z. B. in der Wirtschaft, Energieversorgung, Transport.
Necas hat auch Seehofers Vorschlag auf Bildung gemeinsamer gemischter Polizeistrassenkontrollen in grenznahen Gebieten begrüsst. Auch deutsche Presse hat den Besuch positiv kommentiert. Nach dem Blatt Süddeutsche Zeitung sei der Unterschied besonders darin zu sehen, dass während des Besuches keine scharfen Töne zu hören waren. Damit hat das Blatt indirekt auf den früheren bayerischen Ministerpräsident Stoiber erinnert, der immer als Befürworter eines scharfen Tones gegen Prag bekannt war.
Regierung von Premier Necas übersteht Misstrauensvotum (CRo 22.12.)
Knapp ein halbes Jahr nach ihrer Amtsübernahme hat die tschechische Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Petr Necas am Dienstagabend ein Misstrauensvotum erfolgreich überstanden. Der von den oppositionellen Sozialdemokraten eingebrachte Antrag wurde mit 113 gegen 80 Stimmen abgelehnt. Hintergrund für das Votum waren Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Umweltminister Pavel Drobil hatte deswegen seinen Hut nehmen müssen.
Die Regierung Necas unter Führung der Bürgerdemokraten (ODS) ist seit Mitte Juli im Amt und hat sich den Kampf gegen die Korruption auf die Fahnen geschrieben. Trotz der Korruptionsaffäre beim Umweltministerium machten die Fraktionen der ODS und der Partei Top 09 vor der Abstimmung deutlich, dass sie die Regierung auch weiterhin unterstützen werden. Der kleinere Koalitionspartner, die Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV), hatte seine Unterstützung indes bis zuletzt offen gelassen und daran Bedingungen geknüpft. Eine dieser Bedingungen ist der Rücktritt von Polizeipräsident Oldrich Martinu. Es wird damit gerechnet, dass Martinu seinen Rücktritt am Mittwoch bekanntgeben wird.
Tschechien in der Weltrangliste der Prosperität am 24. Platz (iHNed 23.12.)
In der Rangliste sind insgesamt 110 Länder der Welt aneinander gereiht. Institut „Legatum Prosperity“ stellt die Rangliste nach vielen relevanten Kriterien zusammen (Wohlstand, Sicherheit, Freiheit, Klima für Investoren, Wirtschaftsperspektive….).
Aus unseren Nachbarn landete Österreich am 14., Deutschland am 15., Polen am 29., Slowakei am 37. Platz. An der Spitze sind Norwegen, Dänemark, Finnland, Australien, Neuseeland, Schweden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Abstand zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Staaten in Europa vergrössert. Besonders im Süden Europas sind die Menschen im Zusammenhang mit der Krise wenig zufrieden. Spanien hat 23., Italien 25., Portugal 26., Griechenland 39. Platz besetzt.
Bem.:
Tschechien hat überraschend nach Eurostat-Angaben die Krise der letzten drei Jahre am besten in EU überwunden, abgesehen vom reichsten EU-Land Luxemburg und ärmstem Land Bulgarien, die sich mit anderen Ländern nicht einfach vergleichen lassen.
Tschechien hat am besten zwei wichtigste Kriterien gemeistert – die Wirtschaft ist im Vergleich mit dem letzten Jahr vor der Krise (2007) zwar wenig, aber doch um 0,9% gewachsen und die Staatsverschuldung hat nur um 13,7% zugenommen. Tschechien habe auch das Staatsbudget unter Kontrolle, obwohl die Steuerquote in letzten 3 Jahren unverändert geblieben ist.
Reicher Unternehmer möchte jenen Geld schenken, die Korruptionsfälle aufdecken
(iHNed 23.12.)
Die Spenden können dabei bis Hunderte Tausende Kronen erreichen, je nach Fall, sagte Unternehmer und Mehrheitsbesitzer K. Janecek aus der Firma „Algorithmic Trading“ (Jahresumsatz auf dem Weltmarkt über 2,6 Mrd. CZK). Janecek subventioniert mit höheren Beträgen auch tschechische Wissenschaftler und Forscher. Nach Janecek bremst die Korruption den Wettbewerb und schadet der Wirtschaft. Daher will Janecek im Frühling 2011 aus einem gegründeten Fonds Leute vergüten, die Beweise über Korruptionshandlung erbringen. Dazu möchte er auch Untersuchungen in Korruptionsfällen mitfinanzieren.





