Pressespiegel Mai 2011 – Südböhmen + Tschechien
Südböhmen
Wir werden Tausende Tschechen brauchen, erklingt aus Deutschland (LN 2.5.)
Zimmerer, Kellner, Pflegerin, Starkstromingenieure, von solchen Annoncen wimmeln deutsche Stellenangebote. Seit Sonntag werden diese Angebote auch für Tschechen aktuell, weil die Übergangsperiode der Arbeit in Deutschland und Österreich für Bürger aus Tschechien und weiteren 7 neuen EU-Mitgliedsstaaten zu Ende geht. Meistens werden Handwerker, technische Berufe nachgefragt, aber auch Tausende Pflegerinnen und Krankenschwester gesucht. Österreichische Hotels melden bis fast 4000 verschiedene freie Stellen.
Ins Ausland wegen besserer Vergütung zu gehen ist aber für Tschechen nicht mehr so attraktiv wie vor Jahren. Die Krone ist seitdem härter geworden und grosse Rolle speilen auch die Lebenskosten bei unseren Nachbarn……….
Traktorfahrer hat bei Budweis Teile von Jagdflugzeugen aus dem 2. Weltkrieg entdeckt (iDNES 3.5.)
Wie Tschechisches Fernsehen berichtete, hat der Traktorfahrer bei seiner Arbeit Teile erster deutscher Düsenflugzeuge Messerschmitt Me 262 entdeckt, die am Rande von Budweis gegen Kriegsende zusammengebaut wurden. Die herbeigerufenen Fachleute haben bestätigt, dass sich um Flugzeuge aus dem 2 Weltkrieg handelt. Die Flugzeuge wurden in Homole bei Budweis gegen Ende des Krieges nicht nur zusammengebaut, sondern auf dem Budweiser Flughafen auch getestet. Die Flugzeugsreste warten jetzt auf eine Konservierung und sollten später im geplanten Flughafenmuseum in Budweis ausgestellt werden.
Gemeinsamer Lebensraum Bayern/Südböhmen. Raum ohne Barrieren (www-JK 5.5.)
Im Rahmen der grenzüberschreitender Zusammenarbeit Niederbayern-Südböhmen hat in der Industrie- und Handelskammer Passau unter Schirmherrschaft der Regierungspräsidenten von Niederbayern H. Grunwald und Kreishauptmanns von Südböhmen J. Zimola eine Tagung stattgefunden, an dem Vertreter der Unternehmen, Industrie- und Handelskammern, Schulen, Arbeitsvermittlungsagenturen beider Regionen beteiligt waren. Schwerpunkte wurden auf freie Bewegung der Arbeitskräfte, auf den Arbeitsmarkt in grenznahen Regionen, auf Unternehmung, Beseitigung der Sprachbarrieren, Berufsausbildung und ähnliche Fragen gelegt.
Deutscher Botschafter in Prag J. Haindl hat Südböhmen besucht (CRo CB 5.5.)
Am Donnerstag hat J. Heindl, gebürtiger Münchener, Südböhmen besucht und Gespräche mit Kreishauptmann J. Zimola und Budweiser Oberbürgermeister J. Thoma geführt. Thema der Gespräche war vor allem Unterstützung des deutschen Sprachunterrichts seitens der Botschaft.
Durch Versteigerung eines E. Schiele-Bildes wird Geld für Erwerb eines anderen E. Schiel- Bildes gewonnen? (CBl 6.5.)
Eine Information, die sicher auch Egon Schiele Kenner aus Südböhmen interessiert: in einer Sommerauktion in London soll am 22. Juni auch das Bild von E. Schiele „Häuser mit farbigen Wäschestücken“ im Besitz des Wiener Leopold-Museums aus dem Jahre 1914 versteigert werden. Das Bild hat der damals 24 Jahre alte Maler geschaffen. Der Schätzpreis des Bildes wird mit 30 Mio. Euro beziffert. Vorausgesetzte sichere 15 Mio. Euro aus der Versteigerung sollen für Deckung des Erwerbs eines anderen E. Schiele-Bildes mit dem Titel „Porträt Wally“ für das genannte Museum dienen. Das letztgenannte Bild hat ursprünglich H. Böhler besessen und es wurde dann in der Wiener Galerie Würthle im Jahre 1938 durch einen Nazi aus Salzburg F. Welz arisiert. Dem haben allerdings nach dem Krieg die Amerikaner u. a. dieses Bild konfisziert und die ganze Bildersammlung die Welz vom jüdischen, von Nazis ermordeten Kunstsammler H. Rieger erwarb, nachfolgend dem österreichischen Denkmalamt übergeben. Dieses Denkmalamt hat die ganze Sammlung und damit irrtümlich auch das Bild „Porträt Wally“ im Jahre 1950 der Familie Rieger zurückerstattet. Sie hat sie angenommen und darunter unberechtigt auch das „Porträt Wally“, das die Familie der österreichischen Galerie Belvedere schliesslich verkauft hatte. Kunstsammler R. Leopold hat nach dem Tod der Erben der ursprünglichen Inhaber das Bild mit weiteren 5000 Werken gemeinsam mit dem österreichischen Staat in neu gegründete Stiftung Leopold-Galerie eingelegt. Im Jahre 1998 wurde aber das Bild „Porträt Wally“ für eine Ausstellung in USA geliehen und von Amerikanern als gestohlenes Bild beschlagnahmt. Ein US-Gericht hat danach entschieden, dass das Bild wirklich gestohlen ist. Die Leopold-Stiftung hat in der Folge in langfristigen Rechtsverfahren versucht, das Bild zurück zu bekommen, aber nach dem die Prozesskosten mehr 5 Mio. Euro erreicht haben, hat sie ihre Bemühungen aufgegeben. Sie hat das Bild für 19 Mio. US-Dollar letztendlich zurück gekauft und will jetzt diese Kosten durch Versteigerung eines anderen E. Schiele-Bildes in ihrem Besitz decken („Häuser mit farbigen Wäschestücken“). Porträt Wally stellt W. Neuzilova aus Tattendorf bei Baden dar, die im Alter von 15 Jahren nach Wien ging, für G. Klimt Modell machte und dann Geliebte von E. Schiele wurde.
Mit Prügel gegen Temelin (CBl 7.5.)
Früherer Techniker aus Temelin hat Kampf dem AKW angekündigt. Dalibor Strasky, soll nach Radko Pavlovec die Funktion des Atomenergie-Beauftragten der OÖ Landesregierung übernehmen. Der studierte Atomphysiker hat den Wettbewerb um diesen Posten für nächste zwei Jahre unter insgesamt 25 Kandidaten gewonnen. Strasky möchte, wie er proklamierte, vor allem die geplante Erweiterung der AKW Temelin und Dukovany verhindern. Er will die öffentliche Meinung in Tschechien derart beeinflussen, dass die Politiker ihre Pläne und die Energiepolitik ändern. Dem neuen Beauftragten hat einen Leitartikel auch das Blatt OÖN gewidmet. Er hat den Titel „Mit Prügel gegen Temelin“. In dem Leitartikel heisst es, das vor dem Engagement eines neuen Beauftragten eine Bilanz der Arbeit seines Vorgängers zu ziehen ist. Temelin werde wohl sowieso in kommenden Jahren erweitert und die Proteste aus Österreich werden vom nördlichen Nachbarn Tschechien höchstens mit Achselnzucken zur Kenntnis genommen. Die Beziehung zwischen beiden Staaten wird dadurch gestört, nicht aber das Energiegeschäft. Die Drähte zwischen Deutschland und Österreich glühen und der Atomstrom wird mit Zuschlag über Bayern nach Österreich importiert. Der frühere Beauftragte Pavlovec hat also keinen Erfolg erzielt, obwohl man vielmehr sagen sollte, dass sein Kampf schon vorab hoffnungslos war, schreibt der OÖN-Chefredakteur in dem erwähnten Leitartikel. Es geht in der Tat nur um Verkörperung eines Geständnisses der politischen Machtlosigkeit des Landes gegen Temelin. Dieser Machtlosigkeit werde auch durch Neubesetzung des Postens des Beauftragten Ausdruck verliehen. Mit allen Mittel soll dadurch der Eindruck erhalten bleiben, dass der Widerstand gegen Temelin funktioniert. Wir wollen dieses AKW wirklich nicht, aber ein neuer Beamter als Feigenblatt kann es kaum bezwingen, es kostet nur Geld und suggeriert den Eindruck nicht existierender politischer Aktivität. Die Kosten diesen Beauftragten sollten daher nur in die Kolumne „Politische Propaganda“ gebucht werden, schreibt die OÖN-Samstagsausgabe.
Vertrauen zum neuen Direktor des Nationalparks Böhmerwald wackelt (iDNES 9.5.)
Vertrauen des neuen Nationalparks Direktoren J. Strasky hat in Augen südböhmischer Politiker eine spürbare Schramme. Nachdem Strasky ungeschickt den Einsatz der Chemiemittel gegen Borkenkäfer im Nationalpark zu erklären versuchte, kommen mit seiner Kritik nicht nur seine Gegner, sondern auch seine Befürworter. Straskys Erklärung, er habe die Anweisung zur Anwendung der Pestizide in zweiter Zone des Nationalparks nicht gegeben, hat er letztlich umformuliert und hat zugegeben, gerade er habe diese Anweisung erteilt. Auch seine wichtigsten Verbündeten - die Bürgermeister der Gemeinden im Kataster des Nationalparks und auch Kreishauptmann J. Zimola haben dazu ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht.
Gemeinde Mydlovary ist eines Teiles der Altumweltlasten losgeworden (CBd 10.5.)
Erste Etappe der Sanierung der grössten Umweltlast in Südböhmen hat 550 Mio. CZK gekostet. Es handelt sich um Erbe der ehemaligen Uranaufbereitungsanlage in Mydlovary bei Budweis, wo unter russischer Kontrolle in Tschechien abgebauter Uran in Konzentrat vor Ausfuhr nach Russland verwandelt wurde. Der Abfall aus der Anlage MAPE Mydlovary erstreckt sich in Form von mit Uran verseuchten Schlammteichen auf einer Fläche von mehreren Hundert Hektar. Weitere Entsorgungsarbeiten möchte die beauftragte Firma DIAMO bis 2021 für mehr als 1 Mrd. CZK umsetzen.
Kreishauptmann Südböhmens J. Zimola zur Bestellung von D. Strasky zum OÖ Atomenergie-Landesbeauftragten (www-JK 11.5.)
Mit Interesse habe ich am Montag eine Radiosendung des Tschechischen Rundfunks mit neuem Beauftragten der OÖ-Landesregierung für Fragen der Atomenergie D. Strasky verfolgt. Neuer Beauftragte hat im Gespräch mit dem Rundfunkkommentator überraschend gesagt, Oberösterreich gehe es eigentlich gar nicht um Stilllegung von Temelin oder Dukovany, aber nur um ihre nächste Nichterweiterung. Strasky ist aber der für die Leute in Südböhmen interessantesten Frage ausgewichen, welche Form die Überzeugung der tschechischen Bürger über die Gefährlichkeit der Nuklearenergie annehmen soll und bis inwieweit die Atomgegner in ihren Protesten gehen wollen. Kommt es zu neuen Grenzblockaden?
Ich freue mich sonst aufrichtig auf neue Kultur in der Kommunikation mit D. Strasky im Sinne der Respektierung der guten Beziehungen Südböhmen-Oberösterreich, denn mit seinem Vorgänger R. Pavlovec war eine solche Kommunikation unmöglich. D. Strasky hat eine schwere Aufgabe vor sich. Er sollte sich zuerst vergewissern, dass der Widerstand in Oberösterreich gegen Atomkraft wirklich von unten kommt, dass es sich nicht um bloße politische Propaganda handelt. Ich bin für Diskussion und Argumente, nicht für Theater, Hysterie und politischen Populismus. Ich fühle mich beleidigt von Slogans auf Masten in Österreich, Manipulation mit Schulkindern und Missbrauch der Massenpsychose in der Kampagne gegen Atomkraft. Hoffentlich werden wir den Dialog mit neuem Beauftragten D. Strasky auf einer neuen Ebene führen können, so J. Zimola.
Konferenz hat mehrere interessante Anregungen gebracht (www-JK 11.5.)
Am 2 und 3. Mai wurde in Volary schon vierte Fachkonferenz zum Thema „Volary und der Todesmarsch“. Der Bürgerverein KreBul hat diese Konferenz zum Anlass des 66. Jahres seit Ende des 2. Weltkrieges zum Andenken an Opfer der Konzentrationslager und Todesmärsche veranstaltet. Heuer wurden auf der Konferenz mehrere neue Projekte vorgestellt. Eines von ihnen hat den Namen „Expedition ION, Schloss Schwarzenberg“ und wird gemeinsam von tschechischen und deutschen Studenten realisiert. Sie werden gemeinsam ein Theaterstück vorbereiten, das in diesem Jahr gerade auf den Todesmarsch über Volary und seine Opfer ausgerichtet ist.
Fischzüchter haben in Böhmerwald-Flüsse im Nationalpark 65.000 Forellen ausgesetzt (CTK 15.5.)
Man kann dabei damit rechnen, dass aus 15 ausgesetzten Forellen nur eine überlebt und die Reife erreicht. Im natürlichen Prozess erreichen die Reife auch nur etwa 5% Forellen. Dank regelmässiger Aufzucht und Aussetzung konnte allerdings die Zahl der im Böhmerwald ursprünglich lebender Fische in den letzten 12 Jahren bis um das Fünffache gesteigert werden. Im Nationalpark Böhmerwald befinden sich rund 84 km solcher Flüsse.
Österreichische Fischer kommen nach Südböhmen zu Qualifikationswettkämpfen
(CBl 16.5.)
Am Freitag, Samstag und Sonntag haben sich in Hluboka, unweit des berühmten Schlosses, 50 österreichische Fischer versammelt. Die österreichischen Sportfischer haben in Südböhmen vor der Weltmeisterschaft Qualifikationswettkämpfe gehabt, aus denen das österreichische Nationalteam für Weltmeisterschaften 2012 hervorgeht. Sie kommen nach Südböhmen schon regelmässig in den letzten 10 Jahren. Die Österreicher werden die Qualifikationswettkämpfe dann in Südböhmen im Herbst abschliessen. In zwei Wochen findet in Südböhmen auch die Europameisterschaft in Fliegenfischfang statt.
Deutscher Flieger Focke-Wulf 190 im Feld bei Jindrichuv Hradec gefunden
(iDNES 16.5.)
Über einen außerordentlichen Fund wurde am Montag aus Südböhmen berichtet. Ein Torso des deutschen Jagdflugzeugs Fw-190 Focke Wulf wurde in Otin / Ottenschlag in der Nähe von Jindrichuv Hradec / Neuhaus gefunden. Seit August 1944 lag das Flugzeug dort in der Erde begraben.
Alles begann am sonnigen 24. August 1944. Einige US-Bomber kehrten aus Pardubice, wo sie eine Ölraffinerie und eine Chemiefabrik bombardiert hatten, auf ihren Stützpunkt nach Italien zurück. In der Luft über J. Hradec trafen sie aber auf Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe. Während einer Blitzschlacht, die nur zehn Minuten dauerte, wurden vier US-Bomber und etwa fünfzehn deutsche Jäger herabgeschossen.
Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde nach den abgestürzten Maschinen in der Umgebung gesucht. Eine Spur verfolgte in der letzten Zeit der Student J. Sasek, der sich seit langem für Militärgeschichte interessiert. Durch den Vergleich von historischen Fotografien und heutigen Satellitenbildern der Landschaft um J. Hradec hat er möglichen Fundort markiert - und dabei ins Schwarze getroffen.
„Es gelang mir festzustellen, dass etwa drei bis fünf Meter unter der Erde sich tatsächlich ein bedeutender Flugzeugstorso befindet“,
sagte der Student gegenüber dem Tschechischen Fernsehen. Über den Absturz des Jägers hatte er von einer Augenzeugin erfahren. J. Karova war zur Zeit des Angriffs elf Jahre alt.
Flieger Focke-Wulf 190 wurde im Feld bei J.Hradec gefunden -„Es war kein senkrechter Sturz, sondern eher eine schräge Landung hinter den Teich.“
Auf dem Feld bei Otin hat diese Woche ein Expertenteam 12 Stunden gesucht. In der Tiefe von zwei Metern wurden die ersten Teile des Flugzeugs entdeckt, noch mal fünf Meter tiefer folgten weitere Bruchstücke: ein Teil des Fahrwerks, ein Motorblock, die Kabine mit einem Sitz, Flugabwehrgeschütze und Kanonen. Der Direktor des Museums in J.Hradec, Jaroslav Pikal:
„Es handelt sich wahrscheinlich um die einzige erhaltene Flugmaschine im Lande, die in der größten Schlacht des Zweiten Weltkriegs über Böhmen zum Einsatz kam.“
In der Kabine saß damals der bekannte Pilot der Luftwaffe Hubert Engst, der sich durch einen Sprung aus dem brennenden Flieger retten konnte. Der Torso des Flugzeugs wurde nun aus dem Feld geborgen und wird in einem bewachten Objekt aufbewahrt.
Focke-Wulf 190 war einsitziges Jägerflugzeug und gehörte damals zu den besten Flugzeugen dieser Kategorie. Seit 1941 bis Ende des Krieges wurden vom diesen Typ etwa 20.000 Stück hergestellt. Es wurde schon auch Kontakt in Deutschland mit dem Enkel des Piloten H. Engst aufgenommen der zugesagt hat, an der Eröffnung der Ausstellung des renovierten Flugzeuges im Museum J. Hradec teilnehmen zu wollen.
Bürger in Budweis könnten schon in drei Jahren mit Wärme aus Temelin heizen
(iDNES 19.5.)
Die insgesamt 25 km lange Fernwärmeleitung (Heisswasser) für 2 Mrd. CZK könnte schon im Jahre 2014 in Betrieb genommen werden und ein Drittel der Stadt Budweis mit Wärme versorgen. Dieser Teil verfügt nämlich über Verteilungsleitungen für heisses Wasser, der Rest für Dampf. Das Rathaus in Budweis hat schon mit der Gesellschaft CZ, Temelin-Betreiber, Gespräche aufgenommen. Nach Oberbürgermeister J. Thoma wäre die Wärme aus Temelin billiger als Kohle, oder Erdgas. Nach CEZ-Angebot könnte die Abfallwärme aus Temelin etwa 40 Jahre Budweis versorgen. Die Kreisstadt wird bis jetzt aus einem Heizkraftwerk der Stadt mit Wärme versorgt, das allerdings in kommenden Jahren Hunderte Millionen in Entschwefelung investieren müsste. Die würden auch mit steigendem Kohlen- und Erdgaspreis in den Wärmepreis sicher einfliessen müssen, wobei die Wärme aus Temelin nur um die Inflationsrate steigen sollte. Während die Wärme aus dem Heizkraftwerk die Budweiser Bürger jetzt 430 CZK/GJ kostet, Wärme aus Temelin wird für die Bürger im nahe gelegenen Tyn n/Vlt. 405 CZK/GJ verrechnet. Im Budweiser Heizkraftwerk müsste man nach Realisierung des Projektes 120. 000 t Braunkohle nicht mehr verbrennen, was auch den Ausstoss der Schadstoffe in der Stadt beträchtlich reduzieren würde. Das Projekt hat schon auch vom Umweltministerium grünes Licht bekommen.
Verein „Südböhmische Mütter“ haben den Gerichtsprozess betreffend AKW Dukovany verloren (CTK 19.5.)
Dem Verein ist es in einem Gerichtsprozess nicht gelungen, zum Teilnehmer des Verfahrens betreffend Verlängerung der Betriebsdauer von AKW Dukovany in Südmähren zu werden. Die Teilnahme an dem Verfahren vor der Staatsbehörde für atomare Sicherheit steht nach tschechischen Gesetzen nur dem Betreiber, d.i. der Gesellschaft CEZ zu. Die Umweltschützer kritisieren diesen Stand, wo die Bürgerorganisationen kein Mitspracherecht haben schon lange, aber sie haben beim Stadtgericht Prag, Verfassungsgericht und jetzt auch beim Obersten Verwaltungsgericht keinen Rückhalt gefunden. AKW Dukovany ist seit 1985 im Betrieb und es handelt sich jetzt darum, die ursprünglich für 30 Jahre angesetzte Betriebsdauer auf 60 Jahre zu verlängern.
Strasse zum Hochficht-Skigelände bleibt schmal und gefährlich (CT24 20.5.)
Strasse von Nova Pec über Zvonkova nach Schöneben bleibt im kommenden Jahr unverändert. Die Nationalparkverwaltung hat dabei nach langem Zögern diesem Projekt auf Druck seitens der Gemeinden ihre Zustimmung gegeben. Jetzt haben allerdings die Vorbereitung ihrer Rekonstruktion bis auf weiteres Umweltorganisationen verhindert, die auf zusammenhängende Schäden an der einmaligen Böhmerwaldnatur hinweisen
Kreisamt Südböhmen möchte wegen niedriger Schüllerzahlen 12 Schulen zusammenschliessen (TAd 19.5.)
Die Schulen sind meistens dagegen und fürchten Prestigeverlust. Auch die Schüller sind unzufrieden, weil sie in mehreren Fällen deswegen in andere Orte pendeln müssten. Nach Kreishauptmann J. Zimola ist es nicht nur aus Kostengründen, sondern man müsse sich auch demographischer Entwicklung anpassen. In Südböhmen sind 96 sog. Mittelschulen (mit Matura), 77 von ihnen unterliegen dem Träger-Kreis Südböhmen, der sie jährlich mit 400 Mio. CZK finanziert.
Arbeitgeber des Jahres ist in Südböhmen die Firma Bosch (CBl 20.5.)
Diese Woche wurde der regionale Wettbewerb ausgewertet und der Sieger dieser Prestigeauszeichnung bekannt gegeben.
Das Milliardenprojekt der Moldau-Schiffbarmachung sei Geldverschwendung, sagt Kreishauptmann J. Zimola (CT24 25.5.)
J. Zimola reagiert damit auf bevorstehende Eröffnung des ersten Schifffahrtsabschnitts Budweis-Hluboka (9 km) sowie auf Vorbehalte der Europäischen Kommission zu diesem Projekt. Im Gegenteil verteidigen die Fachleute aus der „Verwaltung der Wasserwege“ das Projekt und weisen seine angeblichen Mängel zurück. Nach J. Zimola hätte man das Geld sinnvoller einsetzen können, nach Oberbürgermeister von Budweis J. Thoma habe aber das Projekt für die Stadt aus touristischer Sicht ein sehr hohes Potential. Grössere Ausflugsschiffe werden 90 Passagiere, kleinere 30 Passagiere aufnehmen. Die restlichen zwei Abschnitte werden im Mai 2013 in Betrieb genommen.
Im Mittelpunkt der grenzüberschreitenden Konferenz am Wochenende wird gemeinsames Kulturerbe stehen. (www-JK 25.5.)
Rund 60 Teilnehmer der Konferenz werden sich am Wochenende in Budweis mit einmaliger Seidels Bildchronik der böhmisch-österreichisch-deutscher Scheide um die Wende des 19. Und 20. Jahrhunderts, mit gemeinsamem geschichtlichem Projekt zweier Universitäten oder mit deutsch geschriebener Prager Literatur bekannt machen können. Organisator der Konferenz mit dem Titel „Aktive Pflege des gemeinsamen Kulturerbes“ ist Kreisamt Südböhmen, unter die Gäste gehören Adalbert Stifter Verein und Prager Literaturhaus der deutschschreibenden Autoren - Collegium Bohemicum.
Nach Vertreter des Adalbert Stifter Vereins Wolfgang Schwarz werden jedes Jahr in Zusammenarbeit mit weiteren tschechischen und deutschen Organisationen und Gemeinden grenzüberschreitende Treffen zum Thema gemeinsamer Kulturgeschichte veranstaltet. Im Vorjahr war das z. B. ein Seminar über Böhmerwald und Juden in Böhmen im 20. Jahrhundert, heuer wird der zehnte Jahrgang der Pflege um Gedenksteine gewidmet, die deutsche Bevölkerung in Böhmen hinterlassen hat, so Schwarz.
In letzter Zeit tauchen allerdings auch Projekte auf, die sich neu mit dem tschechisch-österreichischen und tschechisch-deutschen Zusammenleben befassen. Sei es das Projekt der Universitäten Passau und Budweis, das den Lehrern historisch-didaktische Grundlagen für Unterricht der Geschichte in der Grenzregion Böhmerwald-Bayerischer Wald vermittelt, oder Ausstellung über Geschichte im Regionalmuseum C. Krumlov, oder gemeinsam vorbereitete OÖ Landesaustellung im Jahre 2013, sagte Pressesprecherin des Südböhmischen Kreisamtes Pavlova.
Meistgeschützter Teil des Böhmerwaldes soll erweitert werden, meint Vorsitzende der dortigen Gemeinden (iDNES 27.5.)
Obwohl zurzeit die meistgeschützte erste Zone des Nationalparks Böhmerwald rund ein Fünftel des ganzen Nationalparks einnimmt, sollten die strengen Schutzregel für Hälfte des ganzen Nationalparks gelten, sagte der Vorsitzende der Böhmerwaldgemeinden J. Hulka im Rundfunk. Wenn heute 21% strengstens geschützt sind und es wird über 50% oder sogar 75% gesprochen, bin ich persönlich für 50%, die ein Kompromiss darstellen. Hulka betonte auch, dass Böhmerwald jungfräulich bleiben sollte, nicht voll von Hotels wie im Riesengebirge. Dass sollte sogar ein Gesetz bestimmen und wir wollen es im Nationalparkgesetz verankern. Darin sind wir mit den Kreisämtern, Gemeinden einig. Wir dürfen nicht erlauben, dass unpassende Developer-Projekte Böhmerwald verunstalten und dass kann nur durch Blockierung des Vermögens sichergestellt werden. Dritte Zonen des Nationalparks dürfen nicht für Restitutionsbesitzer da sein, sie müssen geschützt werden, so Hulka.
Jugendcamp in Prachatice (www-JK 26.5.)
Am 27-29. Mai 2011 findet in Prachatice 2. Jahrgang des Jugendcamps statt. Es ist ein Austauschprojekt mit österreichischen Studenten vom Gymnasium M. Enzersdorf aus St. Pölten. Die Studenten werden u. a. mit Politikern diskutieren und mehrere Sehenswürdigkeiten in Prachatice, C. Krumlov, C. Budejovice und Hluboka besichtigen. Das Projekt organisiert Haus der Jugend und Kinder in Prachatice, das eine Förderung vom Kreisamt Südböhmen erhalten hat.
Zusammenarbeit der Partnermuseen Pisek und Wetzlar (29.5.)
Museen beider Städte bereiten auf Kunst, Geschichte und Regionalgeschichte fokussierte Ausstellungen. Pisek hat in vergangenen Tagen Direktorin der Stadtmuseen in Wetzlar A. Eichler besucht.
Bei Slavonice wird der funktionsfähige eiserne Vorhang wieder aufgestellt (iDNES 30.5.)
Zwischen Stare Mesto pod Landstejnem und Slavonice will eine Gruppe der lokalen, für Geschichte schwärmenden Enthusiasten etwa 100 m lange vollkommen funktionierende Kopie des ehemaligen eisernen Vorhangs bauen. Diese Sehenswürdigkeit soll eine Erinnerung an die Zeit vor 1989 darstellen und wird für die Besucher am 11. Juni eröffnet. Es soll die einzige Replik des eisernen Vorhangs in Tschechien werden, die wirklich eine dauerhafte Betreuung und Wartung bekommt. Alles wird so ausgebaut, wie das in der Tat vor dem Jahre 1989 ausgesehen hat, sagt P. Duchon. Für Besucher werden auch Infotafel mit Geschichten der Menschen, die beim Versuch über die Grenze zu kommen festgenommen, oder getötet wurden. Nach Direktor des Museums in J. Hradec J. Pikal ist es besonders für die junge Generation gut, solche Sachen in Erinnerung zu rufen.
Südböhmen / Informationen – Verkehrsbereich
Wird Kreis Südböhmen viele Zugverbindungen wegen gestrichener Subventionen abschaffen müssen? (CBl 7.5.)
Wenn die Tschechische Regierung Subventionen in die regionalen Zugverbindungen so wie angekündigt wurde kürzt, würden die Leute in Südböhmen etwa auf 140 Züge täglich verzichten müssen. Sonst müsste der Kreis in seinem Budget die fehlenden 176 Mio. CZK finden. Die Kreise verhandeln zu diesem Thema mit dem Verkehrsministerium aber weiter und es besteht die Hoffnung auf ein Kompromiss. Kreis Südböhmen bezahlt den Verkehrsfirmen, die Buss- und Zugtransport betreiben 1 Kilometer der Busverbindung mit 25 CZK, 1 Kilometer der Zugverbindung aber mit 98 CZK. Nach Kreishauptmann J. Zimola müssten im Krisenfall 40-50% Zugverbindungen gestrichen werden, was einen Kollaps im regionalen Zugverkehr herbeiführen würde.
Tschechien
Im Kreis Vysocina wurde ein Müllentsorgungsprojekt nach niederösterreichischem Modell gestartet (iDNES 12.5.)
Das Müllentsorgungsprojekt ISNOV rechnet neben besserer Rohstoffnutzung mit bester Lösung für biologisch zerlegbaren Müll sowie mit Energieerzeugung auf Müllbasis. Es ist nicht einfach das Projekt umzusetzen, weil besonders die Bereitschaft zur Kooperation seitens der Müllurheber eine massgebende Bedeutung hat. Im Rahmen der langfristigen Zusammenarbeit zwischen der Region Vysocina und dem Land Niederösterreich haben die Niederösterreicher für Vertreter der Städte und Fachleute aus dem Bereich Müllentsorgung der Region Vysocina eine Exkursion zum Thema Müllentsorgung in kommunaler Sphäre in Niederösterreich organisiert.
Stem-Umfrage: Linke Parteien hätten haushohe Verfassungsmehrheit (CRo 15.5.)
Nach der jüngsten Wahlumfrage der Agentur Stem brächten die Sozialdemokraten (CSSD) und die Kommunisten (KSCM) mit 126 von 200 Mandaten eine stabile Verfassungsmehrheit zustande. Davon kämen die Sozialdemokraten allein auf 94 Mandate. Die zweite große Volkspartei, die Bürgerdemokraten (ODS), erhielten 46 und die Partei Top 09 insgesamt 28 Mandate. Die Koalitionspartei der öffentlichen Angelegenheiten (VV) würde nicht wieder ins Abgeordnetenhaus einziehen.
Partei TOP 09: VV-Partei soll Politikstil ändern und Buchhaltung veröffentlichen
(CRo 15.5.)
Die Partei TOP 09 unterstützt eine weitere Zusammenarbeit innerhalb der Koalition (ODS+TOP09+VV), sie erwartet jedoch vom kleinsten Koalitionspartner, der Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV), eine Änderung ihres Politikstils. Die VV-Partei solle konstruktiver zusammenarbeiten, die Rolle der „Opposition innerhalb der Koalition“ ablegen und die Reformentwürfe der Regierung unterstützen, hieß es seitens des TOP-09-Parteivorstandes nach einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag. Zugleich forderte Top 09 die VV-Partei auf, ihre Buchhaltung und Finanzierungsbelege offen zu legen.
In den letzten Wochen war die VV-Partei unter anderem wegen undurchsichtiger Finanzierung in die Kritik geraten.
Strategie der Wettbewerbsfähigkeit soll Tschechien an die Spitze verhelfen (Euro 16.5.)
Tschechien sollte unter Zwanzig meist wettbewerbsfähigen Staaten der Welt rangieren. Minister für Handel und Industrie M. Kocourek hofft, dass dabei die neue Strategie der Wettbewerbsfähigkeit für die Jahre 2012 bis 2020 eine positive Rolle spielt. Ihre Hauptlinien sind effektive Institutionen, qualitativ gute Infrastruktur a durch Innovationen stimulierte Wirtschaft. Für Aufstieg unter die besten 20. Staaten beinhaltet die Strategie 40 konkrete Projekte, es ist ein Dokument mit spezifischen Zielen und einem Zeitplan deren Erfüllung.
In vorigen Jahren hat sich die Position Tschechiens im Weltmaßstab ständig verschlechtert und in der Rangliste des Weltwirtschaftsforums wurde ein Verfall auf 36 Platz verzeichnet.
Nach Analysen des Ministeriums basiert die tschechische Wirtschaft immer noch im grossen Ausmass auf billiger Arbeitskraft, das Land hat ineffektive öffentliche Institutionen, übermässige Regulierung und hohe Korruption. Das Wachstum der Arbeitsproduktivität nimmt ab und Ausbau der Rückgratverkehrsnetze wird verzögert.
SKODA hat Konzept eines neuen Elektroautomobils vorgestellt (Doprava 18.5.)
Die Entwicklung des neuen Elektroautos verläuft in Kooperation mit Volkswagen. Die erste Testserie dieser Autos soll noch heuer auf tschechischen Strassen fahren. Neue Octavia Green Line geht vom Modell SKODA Octavia Kombi aus und hat eine maximale Leistung 85 kW. Reichweite der Batterie ist 150 km, Nachladung aus der Steckdose dauert 4 Stunden. Ökomodell Octavia Green Line ist auch mit Fotovoltaik-Dachfläche für Batterieladung ausgerüstet.
Schikane? Österreicher haben beim Test die Lokomotive Skoda beschlagnahmt
(LN 19.5.)
Österreichische Behörden haben auf Verlangen der Wettbewerbsfirma Bombardier die Lokomotive SKODA im Laufe der Homologationstests in Österreich in Beschlag genommen. SKODA verlangt jetzt von österreichischen Behörden eine Garantie, dass zu der Lokomotive kein anderer Lokhersteller Zutritt hat.
Skoda Transportation will darüber hinaus bei EU-Kommission gegen die Vorgangsweise des deutsch-kanadischen Konzerns Bombardier protestieren, sagte Skoda-Sprecher R. Binder.
Skoda befindet sich heuer in der Abschlussphase der Homologation der technisch einmaligen Dreisystem-Lokomotive 109E (für Eisenbahnen in Ungarn, Slowakei, Tschechien, Österreich, Deutschland), die dank Erwerb des Operabilitätszertifikates in mehreren europäischen Staaten zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für mehrere Hersteller aus westlichen Staaten, u. a. auch für Firma Bombardier werden kann. Bombardier stellt zwar vergleichbare Lokomotive wie Skoda nicht her, aber greift Skoda wegen des angeblich unberechtigten Missbrauchs ihrer Know-how an. Skoda führt mit Bombardier in Österreich ein Gerichtsprozess, in dem es nur um nur wenige Millionen geht, d. i. nur ein Bruchteil des Lokpreises. Skoda hat im Jahre 2002 eine Anmeldung in den Tender für Lokomotiven für Tschechische Bahnen eingereicht, die nach Bombardier-Lizenz hergestellt werden sollten. Die Ausschreibung wurde aber aufgehoben und in neuen Wettbewerb ging Skoda schon mit rein eigenem Produkt. Skoda hat Bombardier auch ersucht, einen Teil des für die Lizenz ausgezahlten Geldes zurückzuerstatten, die nicht genutzt wurde. Bombardier verlangt aber das Zweifache für die Kündigung des Vertrages. Österreichische Gerichte haben bisher keinen endgültigen Beschluss gefasst. Die Rechtsvertreter von Bombardier haben ein Wiener Gericht ersucht, vorläufig die Lok für den Fall zurückzuhalten, dass das Gericht zu ihrem Nachteil entscheidet.
Nach Skoda gehe es um eine Schikane, die vor allem Vermarktung der Lok verzögern soll, denn es sei unwahrscheinlich, dass Skoda eventuellen, aus der Gerichtsentscheidung hervorgehenden Verpflichtungen nicht nachkommen würde. Das Wiener Gericht hat damit den Rechtsvertretern von Bombardier eine Möglichkeit eingeräumt, durch zwei Exekutoren bei erfolgreichen Tests auf österreichischen Eisenbahnen die Lokomotive abzustellen.
Die Tests waren dabei nahe ihrem Ende und deren Unterbrechung in Österreich kann die Teilnahme von Skoda in mehreren ausländischen Ausschreibungen gefährden. Gerade jetzt wird z. b. ein Tender für die Lieferung von 300 Lokomotiven für die Deutschen Bahnen aktuell. Schon vor einer Woche hat ein Team deutscher Auditoren Skoda-Werke in Tschechien besucht und die Qualifikationsfähigkeit von Skoda für den Tender überprüft. Die Überprüfung ist positiv ausgegangen und jegliche Verspätung der Homologation kann uns jetzt ernsthaft benachteiligen, sagte Vorstandvorsitzende von Skoda Transportation T. Krsek.
Skoda wwerde alle Schritte unternehmen, um die Lok aus Österreich zurück zu bekommen und eine Beschwerde zur EU-Kommission einreichen, weil sie die Vorgangsweise von Bombardier als unlauteren Wettbewerb qualifiziert.
Skoda fürchtet eine Spionage, weil die beschlagnahmte Lokomotive trotz wiederholter Urgenzen noch nicht unter Siegelverschluss gelegt wurde und befindet sich bei einer Privattransportfirma, wo angeblich auch Bombardier-Servicedienst seinen Sitz hat, sagte L.Cerna von Skoda.
„Danke, wir bleiben“. Die tschechischen Ärzte wollen ins Ausland nicht mehr (LN 21.5.)
Internationale Messe „Job im Bereich Gesundheit und Ärzte“ haben in Prag 1200 Personen besucht. Im Vorjahr waren es dabei noch 5000. Die Besucher konnten aus dem Angebot von 47 deutschen Kliniken und drei grossen Personalagenturen aus Deutschland wählen, die Arbeit in ganz Europa vermitteln. Alle deutschen Kliniken haben insgesamt 500 freie Plätze angeboten, im Vorjahr haben entsprechende Fragebögen 5000 Ärzte ausgefüllt, und nur 100 sind wirklich ins Ausland gegangen. Heuer ist das Interesse tschechischer Ärzte nach erfolgreicher Kampagne „Danke, wir gehen“ gesunken, sagte Chef der Ärztegewerkschaft M. Engel. Die tschechischen Ärzte haben nämlich die Gehaltserhöhung (monatlicher Durchschnitt 48.000 CZK) um 5000 bis 8000 monatlich erreicht und im Jahre 2013 sollen das Dreifache des tschechischen Durchschnittseinkommens verdienen.
Über 40.000 Menschen demonstrieren gegen die Regierungsreformen (CRo 22.5.)
Auf dem Wenzelsplatz endete am Samstagnachmittag die Gewerkschaftsdemonstration gegen die Reformpläne der Mitte-Rechts-Regierung von Premier Necas (Gesundheits-, Pensionsreform, Sozialpolitik, MWSt-Erhöhung…). Rund 40.000 Menschen waren dem Aufruf der Böhmisch-mährischen Konföderation der Gewerkschaftsverbände (CMKOS) gefolgt und protestierten unter dem Motto „Öffnet die Augen“ für mehr soziale Gerechtigkeit. Auch ein Streik sei nicht mehr auszuschließen, falls die Regierung ihre Reformen zur Gesundheits-, Renten- und Steuerpolitik nicht sozial verträglicher gestalte für Angestellte und Menschen mit Behinderungen, hieß es bereits am Freitag seitens der Gewerkschaften. Die Demonstration begann um 11:55 Uhr am Gewerkschaftshaus in Zizkov und führte über die Prager Stadtautobahn zum Wenzelsplatz, auf dem die zentrale Kundgebung stattfand. Zum Abschluss sangen die Teilnehmer die tschechische Nationalhymne.
Von Tschernobyl zu Fukushima: Befürchtungen der Tschechen haben in 25 Jahren praktisch keine Änderung erfahren (LN 25.5.)
Die meisten Tschechen halten Atomstrom für nicht gefährlich, wie aus einer Befragung CVVM hervorgeht. Die Meinungsumfrage hat bestätigt, dass die Zahl der Tschechen, die Atomenergie fürchten, im Jahre 2011 im Vergleich mit 1993 sogar von 13% auf 6% zurückging. Die Befragung hat dabei im April stattgefunden, wo alle Medien gerade über Entweichung der Radioaktivität aus dem japanischen AKW Fukushima berichtet haben.
CRo 27.5.
Kein Koalitionskompromiss über kostenlose medizinische Behandlung
Die Koalition hat bisher keinen Kompromiss in der Frage gefunden, welche medizinische Behandlung von der öffentlichen Krankenversicherung und welche als Privatbehandlung direkt vom Patienten bezahlt werden soll. Nach einer sechsstündigen Sitzung der Koalitionsspitzen am Mittwochabend informierte darüber Gesundheitsminister L. Heger. Während die Parteien ODS und TOP 09 darauf bestehen, dass die Kassenbehandlung vom Gesundheitsministerium definiert werden soll, verlangt die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV), dass sie in einem Gesetz verankert wird.
Miroslav Mares erhält Journalistenpreis für Dobronin-Berichterstattung
In Havlickuv Brod wurde am Donnerstag zum vierzehnten Mal der Journalistenpreis verliehen, der den Namen des Dichters und Journalisten aus dem 19. Jahrhundert, Karel Havlicek Borovsky, trägt. Die Jury hat Miroslav Mares von der Regionalredaktion der Tageszeitung MFD in Jihlava / Iglau ausgezeichnet, und zwar für den journalistischen Mut, mit dem er das Thema des möglichen Nachkriegsmassakers an den Deutschen in Dobronin / Dobrenz bearbeitet habe. Der so genannte Wachtel-Journalistenpreis für Autoren unter 33 Jahre geht an Nora Fridrichova vom Tschechischen Fernsehen und an Ondrej Kundra vom Wochenblatt Respekt. Die Journalistenpreise werden vom Verwaltungsrat der Stiftung Tschechischer Literaturfonds vergeben, der Hauptpreis ist mit umgerechnet ca. 2.000 Euro dotiert.
Die Archäologen haben am Donnerstag in der Gemeinde Dobronin am Ort „Zum Viadukt“ ein drittes Schädel und weitere Knochenreste gefunden. Sie gehören wahrscheinlich einem weiteren Opfer des Nachkriegsmassakers. Die archäologischen Forschungen wurden an diesem Ort, an dem sich deutsche Opfer vom Mai 1945 befinden konnten, nach vier Tagen beendet. Alle sterblichen Überreste werden im Anthropologischen Institut in Brünn analysiert. Dies teilte eine Sprecherin der Polizei in Jihlava mit.
Finanzministerium rechnet mit Reduzierung des Defizits öffentlicher Finanzen auf 4,2% des BIP
Das Finanzministerium erwartet, dass das Defizit der öffentlichen Finanzen in diesem Jahr auf 4,2 % des Bruttoinlandsproduktes sinken wird. Dies geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Schätzungen des Finanzministeriums hervor. Für die Euro-Einführung ist es notwendig, die 3 %-Grenze einzuhalten. Das Finanzministerium rechnet in den Jahren 2012-2013 mit einer Reduzierung des Defizits auf 3,5 % des BIP.
Nach Österreich Kunstgegenstände zu leihen, das werden wir uns künftig sehr gut überlegen müssen (LN 27.5.)
Der jetzige tschechisch-österreichischer Streit über Kunstgegenstände ist offensichtlich ein Weltunikat. Fachleute wissen keinen Fall, wo Gericht eines Landes Teil des Kulturerbes eines anderen Staates zum Nachteil Dritter beschlagnahmt.
Und gerade so ist das Bezirksgericht in Wien vorgegangen, indem es dem Verlangen der Firma Diag Human entgegengekommen ist und Exekution von drei Kunstgegenständen angeordnet hat, die nach Wien für eine Ausstellung aus der Nationalgalerie in Prag und Brünn Tschechien geliehen wurden. Das Gericht hat zugelassen, dass die Firma Diag Human diese Kunstgegenstände als Teil der Kompensationen für den reklamierten Schaden behalten darf, den der tschechische Staat der Firma angeblich zugefügt hat. Die Arbitrage darüber zwischen der Tschechischen Republik der genannten Firma ist aber noch nicht beendet worden…….





